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13.07.2007
IG Metall Bayern begrüßt Einigung bei Nokia Siemens Networks
– dennoch Kritik an hoher Abbauzahl

(Pressedienst 43 /2007) Gesamtbetriebsrat und Geschäftsführung von Nokia Siemens Networks (NSN) haben sich auf einen Interessenausgleich für den vorgesehenen Personalabbau von 2 290 Mitarbeitern in den kommenden Jahren geeinigt. Der Gesamtbetriebsrat hat dem Verhandlungsergebnis gestern zugestimmt. Heute werden die Beschäftigten von NSN informiert.

Der Interessenausgleich sieht den Abbau von bundesweit insgesamt 2 290 Arbeitsplätzen (von ca. 13 000) vor. Die drei Standorte in München werden dabei mit einem Abbau von insgesamt 1 500 Stellen (von ca 6 400) und der Standort Berlin mit einem Abbau von rund 450 Stellen am stärksten betroffen sein.

 

Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Standortschließungen geben. Der Abbau erfolgt ausschließlich auf freiwilliger Basis.

 

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: "Die von der IG Metall und dem damals zuständigen Gesamtbetriebsrat der Siemens AG abgeschlossene Standort- und Beschäftigungssicherung verhindert bis September 2009 betriebsbedingte Kündigungen und hat damit erheblich zu diesem Ergebnis beigetragen."

 

Georg Nassauer, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der NSN: „Das Ergebnis wurde nach harten und intensiven Verhandlungen erzielt. Die Reduzierung des geplanten Mitarbeiterabbaus konnte nur dank der starken Beteiligung der Beschäftigten an den Protesten der IG Metall erreicht werden.“

 

NSN bietet mehrere Ausstiegsvarianten an. Angeboten werden z.B. Aufhebungsverträge verbunden mit Abfindungen und dem Angebot von Qualifizierung und Weitervermittlung. Mitarbeiter, die zurück in die Siemens AG wechseln, sollen wie Siemens-Mitarbeiter behandelt werden.

 

NSN hat bekräftigt, dass Deutschland in dem internationalen Unternehmen ein zentraler Standort ist und bleibt. Von zunächst bereits angekündigten Ausgliederungen nimmt NSN in Deutschland Abstand. Sollte es dennoch hierzu kommen, verpflichtet sich NSN, mit dem Gesamtbetriebsrat (GBR) über sogenannte Überleitungsvereinbarungen zu verhandeln und somit den betroffenen Beschäftigten mehr als den gesetzlichen Mindestschutz zu bieten.

 

Beide Parteien haben verabredet, die Innovationsfähigkeit des Unternehmens im Rahmen einer gemeinsamen Innovationsinitiative zu stärken. Hierzu wird der GBR weitere Vorschläge machen und einen Wirtschaftssachverständigen hinzuziehen.

 

Die IG Metall Bayern bewertet die Einigung zwischen Gesamtbetriebsrat und Geschäftsleitung überwiegend positiv. Insbesondere begrüßt die IG Metall, dass der ursprünglich vorgesehene Personalabbau von knapp 3 000 Stellen deutlich verringert werden konnte, es zu keinen Ausgliederungen und Verkäufen kommt und der Abbau allein durch freiwillige Maßnahmen geschehen wird.

 

Kritisch bewertet Neugebauer die immer noch sehr hohe Zahl von 2 290 Stellen die in Deutschland abgebaut werden sollen, aber: "Mehr war nicht rauszuholen". Schließlich hatte NSN mit dem Abbruch der Verhandlungen gedroht, “dann wären mindestens die alten Zahlen wieder ins Spiel gekommen“, so Neugebauer weiter.

 

Wichtig ist der IG Metall in der Diskussion um den Personalabbau die Vereinbarung für eine Innovationsoffensive. "Nur ein innovatives Unternehmen wird langfristig erfolgreich sein." Deshalb appelliert Neugebauer an das NSN-Management, die Beschäftigten hier nachhaltig einzubinden.

 

 

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