(München, 31.03.2006) Erstaunt nimmt die IG Metall Bayern die Anzeigenkampagne des Vereins der Bayerischen Metallindustrie in den heutigen Tageszeitungen zur Kenntnis, in der von fehlender Kompromissbereitschaft bei den Verhandlungen abgelenkt werden soll.
Die IG Metall steht für eine vernünftige und moderate Einkommenspolitik zur Verfügung. Jedoch werden die Krokodilstränen der unterzeichnenden Verbandsfunktionäre umsonst vergossen. „Die Erfüllung der 5-Prozent-Forderung der IG Metall bedeutet eine Kostenbelastung von 0,88 Prozent in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Wenn das nicht moderat ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr,“ sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.
Es grenzt schon an Realsatire, wenn ausgerechnet die größten Unternehmen des bayerischen Arbeitgeberverbandes wie Audi, BMW, MAN, Siemens und andere nicht unterzeichnet haben. „Ein Schelm, der dabei schlechtes denkt“, so Neugebauer, oder bedienen sich diese Firmen des in der Anzeige zu verhindernden Ziels „dass Arbeitsplätze bester Exportschlager werden?“
In mehr als 32 regionalen Verhandlungen hatten die Metallarbeitgeber Zeit und Gelegenheit ein Verhandlungsfähiges Angebot der IG Metall zu übergeben. „Leider ist nichts passiert, außer wolkigen Erklärungen, dass sie nicht in der Lage seien, ein Angebot zu unterbreiten.“
Wir sind Exportweltmeister, weil die Arbeitnehmer qualifzierte Arbeit abliefern und hochproduktiv sind. Die Gewerkschaften haben mit ihrer verantwortungsvollen Tarifpolitik einen entscheidenden Beitrag zur ökonomischen Entwicklung in den letzten Jahren geleistet. „Leider haben einige Betriebe Einkommenserhöhungen nicht weiter gegeben, oder gar Verdienste gekürzt,“ stellte Neugebauer fest. Gemeinsam mit staatlichen Ausgabenerhöhungen führte dieses Verhalten zu leeren Kassen bei den Beschäftigten. Folge: Die Binnenkonjunktur lahmt, da das Geld zum Ausgeben fehlt.
Die IG Metall will in dieser Tarifrunde die Einkommen der Beschäftigten erhöhen, damit die Kaufkraft gestärkt und der Konsum angekurbelt wird. Gerade die bayerische Metall- und Elektroindustrie war und ist die ökonomische Lokomotive, stellt die bayerische Staatsregierung anerkennend fest. Neugebauer: „Wir wollen, dass das so bleibt, deshalb erwarten wir eine Lösung am Verhandlungstisch, ohne Streik. Wenn bis nach Ostern keine Lösung erzielt wird, riecht es nach einem unbefristeten Streik.“


