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12.06.2007
Electrolux brennen die in Italien und Polen gefertigten Geschirrspüler ab

Bestimmte Geschirrspüler von Elektrolux sollten nicht benutzt werden. Der Grund: Sie könnten brennen. Das Pikante an der Sache: Die Geräte stammen aus den Ländern, in die Electrolux die Nürnberger Fertigung verlagert hatte.

Dies meldet das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe und bezieht sich dabei auf Angaben des Konzerns. Betroffen seien Geräte der Marken AEG-Electrolux, Electrolux, Juno-Electrolux und Zanussi. Konkret ein seit Juli 2006 verkauftes Modell mit Seriennummern, die mit Zahlen von 627 bis 640 sowie 708 bis 716 beginnen.

 

Eletrolux selber stufte das Risiko zwar als sehr gering ein, warnt die Kunden jedoch das Gerät zu benutzen oder selber zu versuchen es zu reparieren.

 

„Mit der Schließung des AEG-Werks in Nürnberg hat der Sicherheitshinweis nichts zu tun“, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage des Handelsblattes. Bestätigte aber, das die betroffenen Geschirrspüler in Italien und Polen gebaut wurden.

 

Electrolux hatte das AEG-Werk in Nürnberg im März dieses Jahres endgültig geschlossen. Die Fertigung war bereits zuvor nach Italien und Polen verlagert worden, obwohl das Werk schwarze Zahlen schrieb, aber Elektrolux versprach sich von einer Fertigung in Polen und Italien eine noch bessere Kapitalrendite.

 

 

Der Konflikt um AEG Nürnberg

Das AEG-Hausgerätewerk in Nürnberg stellte Waschmaschinen und Geschirrspüler her und war mit ca. 1750 Beschäftigten einer der wichtigen Arbeitgeber der Region. 1994 kaufte der schwedische Konzern Electrolux die Fabrik. Im Dezember 2005 kündigte Elektrolux an, das Werk zu schließen und die Produktion zu verlagern - hauptsächlich nach Polen – obwohl es schwarze Zahlen schrieb. Zur Begründung verwies Electrolux auf den Preisverfall bei Hausgeräten und auf die hohen Produktionskosten in Nürnberg. Ende Januar 2006 traten die Beschäftigten in Streik. Strategie der IG Metall war es, mit der Forderung nach extrem hohen Abfindungen die Schließung teuer und damit unrentabel zu machen.

 

Der Streik dauerte über sechs Wochen und wurde zum Symbol für den Kampf einer Region gegen Globalisierungsfolgen. Die Anteilnahme der Nürnberger war groß. Viele kamen mit Essen, Brennholz oder Geldspenden an die Werkstore. Am Ende einigte sich die IG Metall mit der Konzernspitze auf vergleichsweise hohe Abfindungssummen und eine Beschäftigungsgesellschaft, die die Folgen der Schließung für die Belegschaft abfedern soll. Das erklärte Ziel der Gewerkschaft, das Werk zu erhalten, wurde nicht erreicht. Ende März 2007 wird AEG Nürnberg geschlossen.

 

 

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