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08.12.2005
Strukturwandel aktiv gestalten

(Prag/München) Für die IG Metall Bayern ist die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaftern im Nachbarland Tschechien kein Lippenbekenntnis, sondern seit fast 15 Jahren Realität. Von Jahr zu Jahr wird sie intensiver.

„Das ist partnerschaftliche Arbeit zum Wohle der Menschen über Ländergrenzen hinweg“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, in Prag bei der Präsentation einer gemeinsamen Broschüre anlässlich eines gemeinsamen Seminars zur Umstrukturierung der mittleren Oberpfalz und der Region um Wackersdorf, mit dem Präsidenten der tschechischen Metallgewerkschaft OS KOVO, Josef Stredula. Mit der zunehmenden Verlagerung von Produktionsstätten und dem raschen Strukturwandel in den Ländern Mittel- und Osteuropas müssen sich Gewerkschafter wesentlich stärker in die Strukturpolitik ihrer Länder und Gebietskörperschaften einmischen. „Das ist neu für sie. Aber hier geht es um die Zukunftsbedingungen von Generationen“. Deshalb müssen sich betriebliche und regionale Arbeitnehmervertreter und Gewerkschafter bei diesem wichtigen Politikfeld künftig aktiver einbringen, Lösungen erarbeiten und auf deren Umsetzung drängen, „unabhängig von nationalen Grenzen und sogar über diese hinweg“. In der binationalen Zusammenarbeit stehen neben allgemeinen Gewerkschaftsthemen immer öfter betriebliche Sachverhalte, von Entlohnungsbestimmungen bis zu Arbeits- und Gesundheitsschutzfragen, auf der Tagesordnung. Zunehmend müssen sich die Belegschaftsvertretungen von OS KOVO und der IG Metall mit Betriebsverlagerungen und -ansiedlungen sowie den damit verbundenen strukturpolitischen Auswirkungen befassen. So war Ziel eines gemeinsamen strukturpolitischen Seminars im Frühjahr 2005 mit Gewerkschaftern aus der ostmährischen Region Ostrava: Erfahrungen der Umstrukturierungs-Maßnahmen in der Oberpfalz — ehemalige Maxhütte und Gelände Wackersdorf — darzustellen und Konsequenzen für die von Schwerindustrie und Bergbau Region Ostrava abzuleiten. Da diese Region in den nächsten Jahren vor einem erheblichen Strukturwandel steht. Für Neugebauer ist für die mittlere Oberpfalz sehr positives Beispiel, da die strukturpolitischen Aktivitäten aller Akteure in der Wirtschaft, der Landes- und Kommunalpolitik, von Gewerkschaft und Betriebsräten gemeinsam die strategischen Entscheidungen für diese Region getroffen und umgesetzt haben, zeigt das Ergebnis: mehr qualifizierte Arbeit für die Menschen in der Oberpfalz als vor dem Strukturwandel.

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