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10.06.2005
Wieder Perspektive für Siemens-Beschäftigte

(Würzburg) „Nach Monaten der Verunsicherungen und der Angst um ihre Arbeitsplätze, haben die Beschäftigten von Siemens VDO wieder eine Perspektive“, so kommentierte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, das Ergebnis der Verhandlungen bei Siemens VDO Automotive Standort Würzburg zu einem Ergänzungstarifvertrag.

Entgegen der ursprünglichen Planung des Unternehmens konnte die IG Metall erreichen, dass 500 zusätzliche Arbeitsplätze in Würzburg erhalten bleiben. Mit der Vereinbarung zwischen der IG Metall, dem Betriebsrat und Siemens VDO Automotive konnten somit langfristig insgesamt 1 400 Arbeitsplätze gesichert werden. Bis zum Juni 2010 soll es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen. Dieses Ergebnis wurde ohne eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit erreicht. Als weiteren Erfolg nannte Neugebauer, dass in den nächsten Jahren mindestens 20 Auszubildende jährlich neu eingestellt werden. Damit wurde ein klares Zeichen auch für die Zukunft der jungen Menschen in der Region gesetzt.

Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass in Würzburg das Kompetenz- und Entwicklungszentrum für die Kfz-Bordmotoren entsteht. Das Unternehmen will dazu 60 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung sowie in Anlagen investieren. Dies zeigt, so Neugebauer, dass statt einer rückwärts gerichteten Arbeitszeitverlängerung nur innovative und zukunftsgerichtete Produkte, Arbeitsplätze in Deutschland schaffen und halten. Durch eine intelligente Verteilung der Arbeitszeit, die im Detail noch zwischen dem Betriebsrat und Siemens VDO geregelt wird, konnte eine Kostenreduzierung erreicht werden. Als Eckpunkte wurden dazu die Verlängerung des Ausgleichszeitraumes bei flexibel gestalteten Arbeitszeiten, die Verbesserung der bestehenden Schichtmodelle und eine Arbeitszeitregelung, mit denen extreme Produktionsspitzen und auch Auftragsschwierigkeiten ausgeglichen werden können, vereinbart.

Sehr schwer sind der IG Metall die materiellen Zugeständnisse gefallen, so werden die tarifvertraglichen Einkommenserhöhungen vom März diesen Jahres auf den September 2005 und die fälligen Tariferhöhungen im Jahr 2006 um zwei Monate verschoben. Der neue Entgeltrahmentarifvertrag (ERA) wird spätestens zum Juni 2010, und damit vier Jahre später, eingeführt. Auch das tarifliche Urlaubs- und Weihnachtsgeld wurde befristet bis zum Juni 2010 auf eine maximale Obergrenze von 2.000 Euro geregelt. „Vor der geplanten Verlagerung von 500 Arbeitsplätzen, die jedoch durch diese Zugeständnisse verhindert werden konnte, sei dies eine sehr schmerzlicher aber tragfähiger Kompromiss“, sagte Werner Neugebauer.

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