Bei der zweiten Verhandlungsrunde für die für die rund 120 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie haben die Arbeitgeber am Mittwoch ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt. Dass das Angebot mickrig ist, wissen sie wohl auch selber, deshalb rechnen sie es sich schön.
2,2 ist 2,2 und nicht 2,7
Einige Medien melden, der Gesamtverband Textil und Mode habe ein Angebot vorgelegt, wonach die Bezüge ab März 2008 für 14 Monate um insgesamt 2,7 Prozent und ab Mai 2009 noch einmal um 2,3 Prozent für 10 Monate erhöht werden sollen.
Tatsächlich haben die Arbeitgeber aber nur 2,2 Prozent mehr Entgelt für 14 Monate ab 1. März 2008 und eine weitere Erhöhung um 1,8 Prozent ab 1. Mai 2009 für weitere 10 Monate angeboten.
Zusätzlich bieten sie jeweils einen individuellen Einmalbetrag in Höhe von 0,5 Prozent, der betrieblich verändert oder gestrichen werden kann, das Ganze rechnen sie sich dann schön auf 2,7 und 2,3 Prozent.
Die geforderte Übernahmeregelung für Ausgebildete lehnen die Arbeitgeber ab und geben nur eine unverbindliche Zusage zu Ausbildung und Übernahme.
IG-Metall-Verhandlungsführer Michael Jung erklärte, das Angebot sei weder von der Laufzeit noch von der Höhe her akzeptabel. Jung wies darauf hin, dass in beiden vorgeschlagenen Erhöhungen Einmalzahlungen in Höhe von 0,5 Prozent enthalten sind, die nicht in die Gehaltstabelle aufgenommen werden sollten. „Der Vorschlag der Arbeitgeber ist absolut unzureichend und beteiligt die Beschäftigten nicht angemessen“, sagte er.
Die IG Metall fordert für die Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Darüber hinaus will sie einen neuen Tarifvertrag zur Altersteilzeit, eine unbefristete Übernahmeverpflichtung für alle Auszubildenden sowie die Einführung eines Entgelt-Rahmentarifvertrages durchsetzen, um die unterschiedliche Entlohnung von Arbeitern und Angestellten aufzuheben.
Die Verhandlung wird am 25. Februar 2008 in Darmstadt fortgesetzt. „Wir fordern die Arbeitgeber nachdrücklich auf, dann ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, erklärte Verhandlungsführer Jung. Der Tarifvertrag läuft zum 29. Februar 2008 aus, damit endet auch die Friedenspflicht. In der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie gibt es ca. 27 000 Beschäftigte.



