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19.06.2007
Schlechte Studienchancen für Arbeiterkinder

Die Chancen könnten kaum ungleicher verteilt sein: In Deutschland entscheidet die soziale Herkunft ganz maßgeblich über den Bildungsweg. Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien studieren 83, während es von 100 Kindern aus nicht-akademischen Familien nur 23 sind.

Kinder aus Beamten-Familien, in denen mindestens ein Elternteil studiert hat, haben eine fünfeinhalb Mal so hohe Studierchance wie Kinder aus Arbeiterfamilien.

 

Das zeigt die aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) unter 17.000 Studierenden. "Die Befunde sind beschämend für eine Demokratie: im deutschen Bildungswesen entscheidet die soziale Herkunft ganz maßgeblich über den Bildungsweg", sagte DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat bei der Vorstellung der Studie.

 

 

Scharf Kritik von DGB und SPD an Studiengebühren

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock mahnte, eine ,Erbfolge für Studienplätze’ dürfe es nicht geben: „Damit werden Fähigkeiten, Begabungen und Kompetenzen junger Menschen verschenkt, die in Wirtschaft und Gesellschaft dringend benötigt werden.“

 

Der DGB wieß darauf hin, dass zwei Drittel der Studierenden arbeiten müssten, und forderte in diesem Zusammenhang eine Verbesserung der BAföG-Regelungen. Durch die Einführung von Studiengebühren „wird ein Studium finanziell unkalkulierbar und immer mehr eine Angelegenheit für Kinder begüterter Eltern. Studiengebühren und Studienkredite führen in die verkehrte Richtung: Hochschulen und ihre Finanzierung sind eine öffentliche Aufgabe, Studiengebühren und ein hoher Schuldenberg nach dem Studium halten junge Menschen von den Unis fern“, erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Dienstag in Berlin.

 

Auch die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), forderte eine Reform des Bafögs und nannte die Ergebnisse der Sozialerhebung ‚‚ein Armutszeugnis für die Hochschulpolitik der unionsgeführten Länder’’. In Ländern mit Studiengebühren wie Hessen, Nordrhein- Westfalen oder Bayern würden die Hochschulen ‚‚für sozial Schwache verriegelt’’.

 

 

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