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21.09.2009
Aktion der IG Metall Jugend Schweinfurt sorgt für Aufsehen

Dass man Umzugskartons nicht nur zum Verstauen seines Hausrates, sondern auch zum öffentlichkeitswirksamen Überbringen von Forderungen nutzen kann, demonstrierte die Schweinfurter IG Metall Jugend im Rahmen eines Wahlkampfauftrittes von Innenminister Wolfgang Schäuble.

Mit Hilfe von ca. 20 Umzugskartons, bunt bemalten mit Appellen wie, „Jugend braucht Zukunft“ oder „Weg mit der Rente mit 67“ trugen die ca. 50 Gewerkschaftsjugendlichen ihre Positionen über die Schweinfurter Maxbrücke ins Konferenzzentrum, um dem Minister ihren Forderungskatalog zu übergeben.

Grund für die spektakuläre Aktion der IG Metall Jugend, die unter dem Motto „Operation Übernahme“ stand, ist die verheerende Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit. Wie die aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Schweinfurt vom 1. September 2009 zeigen, ist die Krise inzwischen bei den jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern angekommen. 1.877 junge Menschen unter 25 Jahren waren im August 2009 im Agenturbezirk Schweinfurt arbeitslos gemeldet. Vor einem Jahr waren es 1.509. Das entspricht einem Anstieg von 24,4 Prozent. Bayernweit stieg die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen sogar um über fünfzig Prozent.

Dass die Zahlen in Schweinfurt unterhalb des Durchschnitts liegen, liegt zu einem großen Teil an der im Tarifvertrag der IG Metall festgeschriebenen 12-monatigen Übernahmegarantie und guten Betriebsvereinbarungen in den Betrieben.

Die IG Metall Jugend fordert von der Bundesregierung so schnell wie möglich eine Förderung der Ausbildungszahlen durch die Umlagefinanzierung, die Rückführung des Renteneintrittalters auf 65 Jahre, die Verlängerung der geförderten Altersteilzeit sowie eine Beschränkung der Leiharbeit durch faire Arbeits- und Entlohnungsbedingen.

Die Aktion sorgte für großes Aufsehen. Sowohl Oberbürgermeisterin Gudrun Grießer, als auch MdB Michael Glos und Innenminister Wolfgang Schäuble diskutierten mit den Jugendlichen, ohne sich allerdings für deren Forderungen erweichen zu lassen.

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