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21.04.2009
Milliarden für die Aktionäre - Kündigungen für die Beschäftigten

Kurzarbeit oder gar Kündigung für die Beschäftigten, aber Milliarden für die Aktionäre. Trotz weltweiter Krise wollen die 30 Dax-Unternehmen nach Berechnungen des „Handelsblattes“ im laufenden Jahr 22,4 Milliarden Euro an Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Der Stellenabbau soll hingegen weitaus höher ausfallen als bisher angenommen.

Trotz Krise sprudeln die Dividenden….

Mitten in der tiefsten Rezession der Nachkriegsgeschichte erwartet Aktionäre ein warmer Geldregen. Allein die 30 größten börsennotierten Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) reichen in diesem Jahr 22,4 Mrd. Euro weiter, das ergab eine Berechnung des "Handelsblatts."

Nach einem Gewinneinbruch von 40 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr sinke die Ausschüttungssumme "nur" um 20 Prozent, berichtete die Zeitung. Zehn der 30 Dax-Konzerne erhöhen sogar ihre Dividenden, am stärksten der Düngemittelhersteller K+S.

Auch der Softwarehersteller SAP hält an seiner Dividende fest, will aber gleichzeitig 3.000 Stellen streichen. Thyssen-Krupp hat bereits 669 Mio. Euro ausgeschüttet, genauso viel wie im vorangegangenen Boomjahr - trotz geplanter Entlassungen von mehreren Tausend Mitarbeitern.

Die Gewerkschaften sind sauer: "Hohe Dividendenausschüttungen bei gleichzeitig geplanten Entlassungen sind grundfalsche Strategien. Das Geld gehört während einer Krise ins Unternehmen und nicht auf die Konten von Aktionären und Finanzinvestoren", zitiert das „Handelsblatt“ Dietmar Hexel, Mitglied des DGB-Bundesvorstands und der Regierungskommission Corporate Governance Kodex.

… aber die Arbeitsplätze werden gestrichen

Eine Umfrage der "Süddeutschen Zeitung" unter den Dax-30-Unternehmen hatte am Wochenende ergeben, dass die Konzernleitungen mit einem weitaus höheren Jobabbau rechnen, als bislang angenommen.

Eigentlich müssten die Konzerne in der Krise jeden Euro in die Sicherung der Arbeitsplätze stecken. Da ist kein Platz für üppige Dividenden. Strategisch handelnde Aktionäre werden dafür Verständnis haben und auf gierige Zocker können wir getrost verzichten.

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