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31.05.2007
AUB: Personelle Konsequenzen gefordert

Die Aussagen Wilhelm Schelskys zu Auftrag und Finanzierung der AUB durch Siemens schlagen hohe Wellen. Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer fordert den Rücktritt der AUB-Vertreterin im Aufsichtsrat des Unternehmens; die AUB versucht derweil hektisch, möglichst viel Distanz zu ihrem Gründungsmitglied und jahrzehntelangen Vorsitzenden zu gewinnen.

Gegenüber der Deutschen Presse Agentur erklärte Neugebauer am Mittwoch in München, "Frau Cornudet sollte ihr Mandat niederlegen." Die SIS- beziehungsweise zuvor SBS-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hildegard Cornudet sitzt als einzige AUB-Vertreterin auf der Arbeitnehmerbank des Gremiums. Sie fiel wiederholt dadurch auf, dass sie bei Entscheidungen wie etwa der über die Ausgliederung der COM-Sparte 2006 gegen die ansonsten geschlossene Meinung der Beschäftigtenvertreter und mit den Anteilseignervertretern stimmte.

 

Die Forderung Neugebauers wies sie nun mit dem lapidaren Hinweis zurück, sie sei "nur zahlendes Mitglied" der AUB - ein Understatement, das wohl kaum auf plötzliche Bescheidenheit zurückzuführen ist.

 

Nichts gewusst und schön auf Distanz

 

Die amtierende AUB-Vorsitzende Ingrid Brand-Hückstädt bemüht sich unterdessen angestrengt, die enorme Bedeutung ihres nun gestürzten früheren Chefs herunterzuspielen. Die AUB werde "weiter bestehen und sich im Sommer mit einem neuen Vorstand und einer neuen Satzung präsentieren", erklärte sie in Nürnberg. Sie wisse nicht, was für Zahlungen von Siemens geflossen, möchte sich jedoch gern von einem eventuellen Deal für den Aufbau der AUB "entschieden distanzieren."

 

Das dürfte allerdings so einfach nicht sein. Die Erklärung, in der Organisation habe man bis in die Führungsriege unmittelbar unter dem über zwanzig Jahre herrschenden Schelsky nichts von der nun zutagetretenden engen Verbindung zum Siemens-Management gewusst, wirkt etwa so glaubwürdig wie ein Sieben-Euro-Schein; sollte sie entgegen aller Wahrscheinlichkeit dennoch so zutreffen, würde dies kaum weiterhelfen: Wenn der Bundesvorstand einer Organisation keine Ahnung von ihrer Finanzierung hat, darf man getrost davon ausgehen, dass er dies entweder absichtlich nicht will, oder aber von geradezu beeindruckender Unfähigkeit ist.

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