aktueller Pfad: Home » Nachrichten » Ansicht
25.03.2006
IG Metall bereitet flexibles Streikkonzept vor

(Ingolstadt) Die bayerischen Metallarbeitgeber setzen am Verhandlungstisch auf Verzögerung und wollen dazu noch die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie abzocken. Ihre gestrigen „Angebote“ bedeuten erhebliche Lohneinbußen für „produktionsferne“ Beschäftigte, die Auszubildenden sollen auf die Erhöhung ihrer Vergütung verzichten und bei Neueinstellungen sollen die Belegschaften kostenlos mehr arbeiten.

„Diese Provokationen können wir nicht akzeptieren. Der Kurs führt unweigerlich in einen Arbeitskampf“, sagte Richard Polzmacher, Tarifkoordinator der IG Metall Bayern, bei der IG Metall-Regionalkonferenz in Ingolstadt.

In wenigen Tagen läuft die Friedenspflicht ab. Damit haben die Arbeitgeber die Chance einer Einigung ohne Streiks verspielt. Die Belegschaften und die IG Metall werden ab 29. März mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber aus üben, damit sie sich bewegen. Polzmacher: „Bereiten wir uns auf einen längeren Konflikt vor. Offenbar haben die Arbeitgeber Sehnsucht nach einem Streik“.

Seit heute sucht die IG Metall Bayern Betriebe aus, die nach einer Urabstimmung in den Streik gehen werden. „Wir erstellen ein sehr flexibles Streikkonzept mit vielen Varianten und Überraschungen. Damit sind wir nicht ausrechenbar und treffen die Unternehmen, die wir für wichtig halten“.

Neuerdings wollen die Metallarbeitgeber bei „produktionsfernen Dienstleistungen“ dramatische Tarifsenkungen durchsetzen. Sie definieren diese von Bürofach- und Bürohilfskräften, und meinen die Administration, über das Sicherheitspersonal, Reinigung, Logistik, Lagerverwaltung und Transport. „Dort wollen sie die Einkommen um bis zu 20 Prozent kürzen. Das ist ihr neues ökonomisches Ziel. Die arbeitenden Menschen sind nur noch ein Kostenfaktor“.

Die Metallarbeitgeber können die anziehende Konjunktur und die hohen Aufträge „optisch nicht mehr verstecken!“. Darum wollen sie die Arbeitnehmer mit einer Einmalzahlung abspeisen. „Mehr ist nicht drin, sagen sie!.

Polzmacher: „Über die Hintertüre verlangen die Arbeitgeber auch eine kostenlose Arbeitszeitverlängerung“. Sie nennen das „Angebot für eine solidarische Beschäftigung“, wenn die Beschäftigten für ein Prozent Neueinstellungen zehn Minuten pro Woche umsonst Mehrarbeit leisten sollen.

„Auch beim Thema Innovation wird nur gemauert“. Statt die Innovationen in den Betrieben mit den Arbeitnehmervertretern voranzutreiben, um mittel- und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern wird unser Vorschlag, jährliche Gespräche über Innovationsziele und deren Realisierung mit den Betriebsräten zu führen, rigoros abgelehnt.

Die IG Metall Bayern begrüßt die Initiative der Metallarbeitgeber für mehr betriebliche Ausbildungsstellen. „Endlich nehmen sie ihre gesellschaftliche Verpflichtung ernst und wollen genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen“. Wenn im Herbst fünf Prozent der Betriebe mehr ausbilden und das Angebot flächendeckend für alle ausreichend ist, dann freuen wir uns mit den jungen Menschen, so Polzmacher. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe leisten wir gerne organisatorische Hilfe, damit die Absicht erfolgreich umgesetzt wird.

Die IG Metall Bayern fordert für die 710 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um fünf Prozent sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 40 € monatlich pro Ausbildungsjahr. Die Themen Innovation und Qualifizierung sollen tariflich geregelt und der Tarifvertrag über Vermögenswirksame Leistungen wieder in Kraft gesetzt wird.

Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe


Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.