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06.05.2007
"Kriegserklärung an die Beschäftigten"

Angesichts der Ankündigung massiven Personalabbaus rufen Betriebsräte und IG Metall die Beschäftigten bei Nokia Siemens Networks (NSN) mit einem Flugblatt zum Protest gegen die Pläne des Managements auf. Am 8. Mai finden dazu an allen deutschen NSN-Standorten Betriebsversammlungen statt.

Das Flugblatt finden Sie unten -
im Anhang als pdf-Datei

Der angekündigte Stellenabbau und die zusätzlich geplanten Verlagerungen würden in Deutschland fast  jeden vierten Arbeitsplatz kosten.  Besonders betroffen sind Zentralfunktionen, Forschung und Entwicklung, aber auch Service- und Vertrieb. Welche Bereiche zusätzlich ausgegliedert und verkauft werden sollen steht offenbar noch nicht fest. "Vier Wochen nach dem Start kommen die Abbauzahlen einer Kriegserklärung an die Beschäftigten gleich", so der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Georg Nassauer, in einer ersten Reaktion.

 

NSN begründet seine Pläne mit veränderten Marktbedingungen. Haben sich die Bedingungen wirklich so dramatisch verändert? Und braucht man zum Start des Unternehmens nicht mehr denn je qualifizierte und motivierte Beschäftigte, die innovative Produkte entwickeln, an den Kunden herangehen und einen guten Service leisten?  Was treibt NSN tatsächlich um, einen so radikalen Stellenabbau durchführen zu wollen? Bei den Beschäftigtenvertretern herrscht Zweifel an den offiziellen Gründen; Nassauer: "Nokia Siemens Networks ist ein profitables Unternehmen. Die Ziele der Profitmaximierung sollen - an Stelle unternehmerischen Handelns - anscheinend auf Kosten der Beschäftigten erreicht werden."

 

Angesichts dieser Entwicklung wächst nochmals die Bedeutung der im Sommer 2006 von der IG Metall vereinbarten Garantien für den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und die Standortsicherung bis September 2009. Die Betriebsräte und die IG Metall sehen dennoch nicht tatenlos zu, sondern stellen sich gemeinsam gegen den Personalabbau.

 

Dazu rufen sie zu Protestaktionen auf. Am Dienstag, den achten Mai, finden zeitgleich um neun Uhr an allen deutschen NSN-Standorten außerordentliche Betriebsversammlungen statt, in denen die Betriebsräte über die geplanten Maßnahmen informieren.

 

Proteste auch in Finnland

In Finnland wurden die Beschäftigten ebenfalls erstmals am vergangenen Freitag über die Abbaupläne informiert.  Spontan legten NSN-Beschäftigte in Helsinki und der Zentrale in Espoo die Arbeit nieder und kamen zu Kundgebungen zusammen.  Bis 2010 soll fast jeder fünfte Arbeitsplatz bei NSN in Finnland wegfallen, zusätzlich gibt es Abbaupläne bei Nokia und Zulieferern.

 

 

Dateien:
NSN-II-07.pdf
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