Der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Maget arbeitete heute im Münchner BMW-Werk am Fließband der Karosseriemontage in der Schicht 1. Magets Einsatz bei der Montage von 3er BMW's begann um 5.50 Uhr. Schichtende war um 14.50 Uhr (weil bei BMW wegen der Vier-Tage-Woche eine Schicht länger als acht Stunden dauert).
Anschließend nahm er an der Sitzung der Vertrauensleute der BMW AG teil und tauschte seine Erfahrungen mit den betrieblichen Kollegen aus.
Rente mit 67, Gesundheitsreform, Leiharbeit, Reform der Unfallversicherung – kaum ein politisches Thema der letzten Wochen und Monate, bei dem sich nicht vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Verdacht aufdrängte, dass so manchem Politiker der Blick für die Wirklichkeit abhanden gekommen ist. Die IG Metall hat daher Politikerinnen und Politiker aller Parlamente und Parteien aufgefordert doch mal reinzuschauen in die Betriebe. Nur einige wenige sind diesem Aufruf gefolgt. Der Vorsitzende der bayerischen SPD-Landtagsfraktion, Franz Maget, immerhin früher selber einmal Gewerkschaftssekretär beim DGB, hat sich nun im Rahmen seiner Bayerntour für einen Tag der harten Realität des betrieblichen Alltags unterzogen.
Sicherlich haben die acht Stunden, dem im Schweiße seines Angesichts am Fließband malochenden Sozialdemokraten im Blaumann den Blick des SPD-Spitzenpolitikers geschärft. Mit seinen Teilzeit-Kollegen am Arbeitsplatz diskutierte der SPD-Fraktionsvorsitzende, in dessen Münchner Landtags-Stimmkreis das BMW-Werk liegt, vor allem in der Brotzeit- und Mittagspause die aktuellen Fragen des Arbeitslebens.
Auch beim anschließenden Gespräch mit dem Betriebsrat und den Vertrauensleuten der IG Metall standen die Fragen der Ausbildung, der Leiharbeit und der Rente mit 67 im Mittelpunkt.
Offenbar hat er gesehen, dass die Rente mit 67 an der betrieblichen Realität vorbei geht, denn viele können schlichtweg nicht so lange arbeiten, weil sie am Fließband, im Schichtbetrieb oder in der Montage schuften - mit erheblicher körperlicher Belastung. Jedenfalls wirkte Maget in seinem anschließenden Statement nachdenklich: „"Aufgrund der Arbeitsbelastung und auch der ergonomisch anstrengenden Arbeitshaltung ist dies bei den BMW-Montagearbeitern natürlich ein wichtiges Thema", stellte Maget fest. "Zwar gibt es im Automobilbau heute eine hohe Automatisierung, doch es handelt sich nach wie vor um eine harte Arbeit."
Rennen, radln, malochen und diskutieren quer durch den Freistaat
Neben schöngeistigen Dingen, wie dem Besuch der Bayreuther Festspiele und der Bachwoche Ansbach, stehen Besuche in einer Fachhochschule, einem Sportverein und eine Wanderung durch den Steigerwald ebenso auf dem Programm der Bayerntour des Sozialdemokraten, wie eine Diskussion mit dem bayerischen DGB-Vorsitzenden Fritz Schösser über "SPD und Gewerkschaften" am Donnerstag, den 26.7,. im Rathaus in Schweinfurt.





