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15.03.2007
Aufschwung muss auch im Geldbeutel der Beschäftigten ankommen

(Pressedienst 18 / 2007) Zum Auftakt der Tarifverhandlungen für die 710 000 Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie versammelten sich heute in Nürnberg über 800 Beschäftigte aus Betrieben in Nürnberg und Ugebung vor dem Verhandlungslokal.

6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung in allen Ausbildungsjahren um einheitlich 60 Euro, fordert die IG Metall Bayern und hat in der ersten Verhandlungsrunde diese Forderung ausführlich begründet.

 

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Der Verhandlungsspielraum für 2007 ist größer als 2006. Die wirtschaftliche Situation der Betriebe ist besser als vor einem Jahr, die Lohnstückkosten sind niedriger, die Lohnquote ist geringer und die Auftragsbücher sind noch voller. Jetzt wollen die Beschäftigten, dass der Aufschwung endlich auch in ihren Taschen ankommt. Die Beschäftigten haben die Gewinne mit ihrer Arbeit, ihrem Wissen und Können erwirtschaftet, jetzt wollen sie ihren gerechten Anteil – sie haben ihn sich verdient.“

 

Wie erwartet haben die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt, aber ihre eigene Situation schlecht geredet.

 

Werner Neugebauer: „Der VBM versucht sich in der Rolle eines Chamäleons: Vormittags werden den Aktionären glänzende Gewinne und steigende Dividenden versprochen, nachmittags in den Tarifverhandlungen wird die angebliche fehlende Wettbewerbsfähigkeit der Metall- und Elektroindustrie besungen und abends schlagen die Herren sich vor Vergnügen über die vollen Auftragsbücher krachend auf die Schenkel. Wir werden dem VBM diese wundersame Verwandlung nicht durchgehen lassen.“

 

Auch die Mär, von Lohnerhöhungen, die angeblich Arbeitsplätze kosten, wusste der VBM in den Verhandlungen wieder zu erzählen. Neugebauer: „Vor einem Jahr hat uns der VBM in drastischen Farben ausgemalt, dass jeder Abschluss über zwei Prozent Arbeitsplätze kosten würde. Tatsache ist, wir haben 2006 Lohn- und Gehaltssteigerungen von drei Prozent vereinbart und seit dem sind in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie 10 000 neue Arbeitsplätze entstanden, man darf die Schwarzmalerei des VBM in den Tarifverhandlungen nicht zu ernst nehmen.“

 

Die Arbeitgeber können nicht bestreiten, dass die wirtschaftliche Entwicklung hervorragend war und ist und – nach allen Prognosen – auch bleiben wird. Am konjunkturellen Aufschwung wollen sie die Beschäftigten aber offenbar vorrangig nur durch Einmalzahlungen teilhaben lassen. Die IG Metall Bayern machte deutlich, dass sie sich mit niedrigen tabellenwirksamen Tariferhöhungen und einer Einmalzahlung nicht abspeisen lassen wird. Einmalzahlungen führen langfristig zu Einkommensverlust und zum Ausfall von Sozialversicherungsbeiträgen. Die IG Metall kündigte harte Auseinandersetzungen für den Fall an, dass die die Arbeitgeber auf ihrem Standpunkt zu Einmalzahlung beharren.

 

Neugebauer: „Produktivität und Preise sind auch dauerhaft gestiegen und nicht einmalig, die Beschäftigten brauchen Sicherheit in ihrer Lebens- und Einkommensplanung.“

 

Die nächste Verhandlung in Bayern findet am 29. März in München statt.

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