Die Takata Petri AG, ein Hersteller von Insassenschutzsystemen für Automobile, will die Reste der Lenkradproduktion nach Arad (Rumänien) verlagern. Betroffen sind insgesamt 368, Arbeitsplätze, davon 335 in Aschaffenburg. Mit dem Abbau der Lenkradfertigung soll in Aschaffenburg/Schweinheim eine 80-jährige Tradition zu Ende gehen.
Die Takata Corp., Tokio, zählt nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von 3,4 Mrd. Euro und 35.859 Mitarbeitern in Asien, Europa und den USA zu den weltweit führenden Entwicklern und Produzenten automobiler Insassenschutzsysteme (Lenkräder, Airbagsysteme, Sicherheitsgurte, Elektronik, Sensorik, Kindersitze). Das Unternehmen produziert in 44 Fabriken in 16 Ländern. Zu den Hauptkunden gehören Audi, BMW, Daimler, Ford, Mazda, Mitsubishi, Nissan und Toyota.
Am Montag wurde der Betriebsrat, das Management und die Belegschaft bei Takata Petri in drei aufeinander folgenden Informationsveranstaltungen über die aktuellen Verlagerungspläne des Vorstandes unterrichtet.
Unmut und Unverständnis
Die Beschäftigten haben in einer ersten Reaktion die Planungsentscheidung mit großem Unmut und Missfallensbekundungen quittiert. Die Belegschaft versteht nicht, warum in der gegenwärtigen Konjunkturkrise das Mittel der Kurzarbeit nicht optimal genutzt wird. Sie kritisierten, dass die Zusage des Vorstandes aus 2004, das Aschaffenburger Lenkradwerk zu einem Kompetenzzentrum für Lenkräder und zur Entwicklung neuer Produktionsverfahren auszubauen, im Kern nicht realisiert wurde.
Durch die Verlagerung geht Know-how der Belegschaft unwiederbringlich verloren. Das schadet dem Unternehmen insgesamt und dem Ansehen in der Region.
In der Mitarbeiterveranstaltung erklärte der Betriebsratsvorsitzende Norbert Elbert, der Betriebsrat und der Vertrauenskörper der TAKTAT-PETRI AG lehnen diesen angekündigten Kahlschlag ab. Vertrauenskörper und Betriebsrat werden in den nächsten Tagen ihr weiteres Vorgehen beraten.
Am 12. August 2009 findet zu diesem Zweck eine Betriebsversammlung statt.
Diejenigen, die die Krise verursachen, müssen für die Verluste gerade stehen und nicht diejenigen, die auf hohem Niveau Wertschöpfung betreiben, erklärte Herbert Reitz, 1. Bevollmächtigter der IG Metall. Wir werden den Produktionsstandort in Aschaffenburg/Schweinheim nicht kampflos aufgeben.



