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22.04.2008
Leiharbeit verdrängt Stammbelegschaft

Viele Betriebe beschäftigen mehr Leiharbeiter, oft über längere Zeit. Jeder vierte Betrieb, der Leiharbeiter beschäftigt, ersetzt damit einer Umfrage zufolge Stammpersonal. 25,9 Prozent der Betriebsräte von Entleihbetrieben geben an, in ihrem Betrieb hätten zwischen 2005 und 2007 Leiharbeiter regulär Beschäftigte ersetzt.

Die Einsatzdauer nimmt zu
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Das ist das Ergebnis einer Arbeitsmarktstudie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Befragt wurden mehr als 2000 Betriebsräte in Firmen mit mehr als 20 Mitarbeitern. Die Untersuchung ist repräsentativ für alle Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern und Betriebsrat. Rund 12 Millionen Menschen sind in Deutschland in solchen Betrieben beschäftigt.

 

Zahl und durchschnittliche Einsatzdauer der Zeitarbeiter sind in vielen dieser Entleihbetriebe gestiegen. Nach Angaben der befragten Betriebsräte arbeiteten in 37,3 Prozent der Betriebe zwischen Anfang 2005 und Herbst 2007 Leiharbeiter. Gut 54 Prozent der Entleihbetriebe steigerten in diesem Zeitraum die Zahl der Zeitarbeiter. Parallel dazu melden gut 40 Prozent der Betriebsräte, dass die temporären Kräfte in ihrem Betrieb im Durchschnitt länger bleiben - nur rund 14 Prozent berichten von abnehmenden Einsatzdauern.

 

Der Leiter des WSI, Dr. Hartmut Seifert, erkennt hinter diesen Zahlen Indizien für einen Wandel der Personalstrategie in etlichen Unternehmen. Zwar sei die Bewältigung von Auftragsspitzen vielerorts nach wie vor der wichtigste Grund, Zeitarbeiter zu entleihen. "Doch es ist unübersehbar, dass sich die Funktion von Leiharbeit wandelt. Teilweise ersetzt sie feste Beschäftigung, und manche Unternehmen setzen Leiharbeiter als flexible Quasi-Stammbelegschaft ein", sagt der Wissenschaftler.

 

Für die Unternehmen sei es häufig finanziell attraktiv, Stammbeschäftigte durch Leiharbeiter zu ersetzen, so Seifert. In der großen Mehrheit der Betriebe liegt der Lohn der Zeitarbeiter unter dem von Stammbeschäftigten - durchschnittlich um 29 Prozent.

 

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