Audi hat rein vorsorglich, für den Fall länger andauernder Streiks der Lokführer, Kurzarbeit angemeldet. Bislang ist die Produktion in Ingolstadt aber nicht beeinträchtigt. Auch für die nächsten Tage gelten Produktionsausfälle wegen des Streiks der GDL als unwahrscheinlich.
Die Streikmaßnahmen der Lokführer können aufgrund der eng vernetzten Liefer- und Logistikstrukturen auch Auswirkungen auf Unternehmen im Organisationsbereich der IG Metall mit sich bringen. Sollte es tatsächlich zu weiteren Streiks, oder gar zu einem unbefristeten Streik der Lokführer kommen, könnten Probleme nicht nur entstehen, wenn notwendige Bauteile nicht geliefert, sondern auch wenn fertige Produkte nicht abtransportiert werden können.
Bei Audi in Ingolstadt werden täglich ca. 2 200 Autos produziert, die zum größten Teil mit der Bahn abtranspoirtiert werden.
Audi hat daher rein vorsorglich Gespräche über mögliche Kurzarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Ingolstadt geführt. Die Arbeitsagentur Ingolstadt ist zuständig für die beiden bundesdeutschen Audi-Produktionsstandorte Ingolstadt und Neckarsulm.
Der Betriebsrat ist in die Überlegungen des Konzerns eingebunden. Bei den Gesprächen ging es darum – für den Fall der Fälle – den betroffenen Kolleginnen und Kollegen das Kurzarbeitergeld zu sichern.
Audi-Werk in Brüssel stand nach Bahnstreik still
Bereits betroffen vom Lokführerstreik in Deutschland und Frankreich war das Audi-Werk in Brüssel. Dort wurde in der letzten Woche am Donnerstag die Früh- und Spätschicht sowie am Freitag die Frühschicht abgesagt. Eine Spätschicht gibt es in Brüssel am Freitag nicht. Am heutigen Montag soll die Produktion in Brüssel wieder normal anlaufen.
Am Mittwoch der vergangenen Woche hatten streikbedingt zwei Güterzüge mit Nachschub massive Verspätungen gehabt. Hinzugekommen war ein Unglück auf einer Bahnstrecke in Belgien.
Etwa 210 Audi A3 und rund 450 VW-Polo konnten durch die Absage der drei Schichten nicht gebaut werden.



