Die Otto Brenner Stiftung verleiht zum fünften Mal den Otto Brenner Preis für Kritischen Journalismus. Prämiert werden journalistische Arbeiten, die das Motto der Ausschreibung „Gründliche Recherchen statt bestellter Wahrheiten“ herausragend umgesetzt haben. Der erste Preis für kritischen Journalismus geht in diesem Jahr an Marc Thörner für sein Hörfunkfeature über Afghanistan.
Der Journalist wird für sein erstklassiges Hörfunkfeature "Wir respektieren die Kultur - Im deutsch kontrollierten Norden Afghanistans" ausgezeichnet.
Die Otto Brenner Stiftung verleiht zum fünften Mal den Otto Brenner Preis für Kritischen Journalismus. Prämiert werden journalistische Arbeiten, die das Motto der Ausschreibung "Gründliche Recherchen statt bestellter Wahrheiten" herausragend umgesetzt haben. Aus über 500 Bewerbungen wählte die Jury Preisträger für die Auszeichnung in den Kategorien ersten bis dritten Preis, "Spezial" und Medienprojektpreis aus. Außerdem vergab sie drei Recherche-Stipendien. Das Preisgeld beträgt insgesamt 45 000 Euro.
Erster Preis geht an Marc Thörner
Den ersten Preis erhält Marc Thörner für seine Hörfunk-Reportage "Wir respektieren die Kultur - Im deutsch kontrollierten Norden Afghanistans" Thörner "entlarvt mit chirurgischer Präzision den von vielen Medien angestimmten vermeintlichen Kampf der Kulturen zwischen aufgeklärten westlichen Demokratien und rückständigen dogmatisch-islamischen Traditionalisten als ideologisches Konstrukt", begründet die Jury ihre Entscheidung. Seine hartnäckige Recherche zum Fall des Todesurteils gegen den Journalistikstudenten Pervez Kaambaksh belege vielmehr, dass auch in Afghanistan religiös-politischer Fanatismus genauso wie schon immer und überall zuallererst von jenen genutzt werde, die Machtmissbrauch und Bereicherung decken. "Eine dringend notwendige und preiswürdige Korrektur der Berichterstattung über die wahren Begünstigten der Kämpfe deutscher Soldaten am Hindukusch", so die Jury.
Weitere Preisträger
Der zweite Preis geht an die ZDF-Autoren Ulrike Brödermann und Michael Strompen für ihre Dokumentation "Der gläserne Deutsche - wie wir Bürger ausgespäht werden". Mit dem dritten Preis wird Simone Sälzer von der Passauer Neuen Presse ausgezeichnet.
Den Preis in der Kategorie "Spezial" erhält der Essayist und Kommentator Christian Semler (freier Autor, taz). Der Medienprojektpreis geht an die Macher des "ZEIT"-Plagiats vom 1. Mai 2010. Auf acht Zeitungsseiten haben Mitarbeiter von Attac DIE ZEIT plagiiert und darin eine Post-Krisen-Zeit kreiert.
Mitglieder der Jury sind Sonia Mikich (Monitor, WDR), Harald Schumann (Der Tagesspiegel), Prof. Dr. Volker Lilienthal (Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Qualitätsjournalismus, Uni Hamburg), Prof. Dr. Thomas Leif (Netzwerk Recherche) und Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) sowie Berthold Huber (Erster Vorsitzender der IG Metall und Verwaltungsratsvorsitzender der Otto Brenner Stiftung). Die Preisverleihung findet am 17. November 2009 in Berlin statt.



