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16.05.2007
BMW will mehr Autos in den USA bauen

BMW will sein Werk im nordamerikanischen Spartanburg ausbauen und die Kapazität in den USA von derzeit 140 000 mittelfristig auf deutlich über 200 000 Fahrzeuge erhöhen. Die Produktion des Nachfolgemodells des Geländewagen X3 solle von Österreich in die USA verlagert werden.

Damit bestätigte der der Vorsitzende des Vorstands der BMW AG, Norbert Reithofer, am Dienstag auf der Hauptversammlung in München, ein Gerücht, das schon seit ein paar Tagen durch die Presse ging. „Dies ist ein Baustein unserer zukünftigen Strategie. Damit vermindern wir unsere Währungsrisiken im US-Dollar“, fügte er hinzu.

 

Die Währungsbelastungen durch den schwachen US-Dollar und japanischen Yen beliefen sich bei der BMW Group allein im abgelaufenen Geschäftsjahr – nach Angaben des Unternehmens auf insgesamt 666 Mio. Euro. Das Unternehmen produziert in den USA derzeit den Z4 und X5. Zukünftig sollen dort auch der X6 sowie ein möglicher Nachfolger des X3 gebaut werden..

 

Die USA sind der größte Einzelmarkt des Unternehmens mit mehr als 330.000 Autos im vergangenen Jahr von insgesamt 1,37 Millionen. „Wir verkaufen dort deutlich mehr Fahrzeuge, als wir lokal produzieren“, fügte der Konzernchef hinzu. Derzeit produziert BMW im Werk Spartanburg den Sportwagen Z4 und den größeren Geländewagen X5. Der aktuelle X3 wird bei Magna Steyr in Österreich gefertigt, mit dem Hersteller will BMW auch künftig zusammenarbeiten, wie ein Sprecher sagte. „Wir können uns vorstellen, künftig ein Nischenmodell dort bauen zu lassen.“ Der Vertrag mit Magna läuft noch bis 2010.

 

Die Produktion des zweisitzigen Sportwagens Z4 soll vom amerikanischen Werk Spartanburg nach Regensburg verlagert werden, meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute. Den Anfang 2004 auf den Markt gebrachten X3 (Sports Activity Vehicle/SAV) stellt bisher der kanadische Autozulieferer Magna in seinem österreichischen Werk in Graz her.

 

Auswirkungen auf die Zulieferer?

Reithofer machte deutlich, dass zum Abbau des Dollar-Überschusses aus seiner Sicht künftig die Wertschöpfung zu einem größeren Teil als bisher in den USA erfolgen müsse. Da die Währungsverluste in Höhe von fast 700 Mio. Euro nicht allein durch eine höhere Stückzahl der in den USA produzierten Autos ausgeglichen werden kann, darf wohl davon ausgegangen werden, dass BMW auch von seinen Zulieferern erwartet, dass sie diesem Schritt folgen und ebenfalls ihr USA-Engagement verstärken.

 

Die Position der IG Metall

In der Sitzung des Aufsichtsrates, die unmittelbar nach der Hauptversammlung stattfand, macht die IG Metall deutlich, dass auch aus ihrer Sicht ein Abbau der genannten Währungsverluste sinnvoll und notwendig sei. Es müsse nicht jedes Auto in der Bundesrepublik gebaut werden, angesichts der Bedeutung des nordamerikanischen Marktes, aber auch z.B. der Märkte in Indien und China, sei es selbstverständlich, dass BMW auch vor Ort mit Produktionsstandorten präsent sein müsse.

 

Die Auslastung der Werke in Deutschland ist aber zwingende Voraussetzung um den Gewinn auch mittelfristig zu sichern. Der Verbund der Werke in München, Dingolfing, Regensburg und Leipzig ist der Garant für künftige Profite. Die Kernauslastung muss daher hier erfolgen. Wenn diese gesichert ist, ist gegen ein verstärktes Engagement in verschiedenen Regionen der Erde nicht nur nichts einzuwenden, sondern dann ist ein solcher Ausbau der Kapazitäten in den Wachstumsregionen dieser Erde auch sinnvoll.

 

 

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