Der Landesverband und der Landesinnungsverband des Kfz-Gewerbes haben den Ausstieg aus dem Tarifsystem beschlossen. Ab dem Frühjahr 2008 wollen die Arbeitgeber alle Tarifverträge kündigen.
Was heißt das für die Beschäftigten? Zunächst einmal nichts. Denn bis zum Frühjahr 2008 gelten die Tarifverträge weiter. Sie verlieren außerdem erst ihre Vertragskraft, wenn ein neuer Vertrag, oder auch ein neuer Arbeitsvertrag abgeschlossen wird. Die Tarifverträge wirken also über das Kündigungsdatum hinaus.
Das war die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist: Ohne Flächentarifvertrag wird es für die IG Metall und ihre Mitglieder schwieriger, vernünftige Verträge abzuschließen.
Denn die Konsequenz des Abschieds der Arbeitgeber aus dem Tarifsystem ist: Für jeden Betrieb muss ein eigener Haustarifvertrag durchgesetzt werden. In manchen Firmen wird das problemlos gehen, bei anderen ist heute schon zu erwarten, dass die jeweiligen Unternehmer die Gunst der Stunde nutzen wollen, um die Lohnschraube nach unten zu drehen.
Auf betrieblicher Ebene wird es schwieriger werden, Entlohnung und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Langfristig wird sich außerdem das bisherige Tarifgefüge verändern. Denn Flächentarifvertrag heißt: Alle bekommen die gleiche Erhöhung. Werden Haustarifverträge abgeschlossen, gibt es zwangsläufig unterschiedliche Erhöhungen - abhängig von der Durchsetzungskraft der jeweiligen Belegschaft.
Die geplante Tarifflucht der bayerischen Arbeitgeber ist offenbar Teil einer bundesweiten Kampagne gegen die Arbeitnehmerrechte. Auch in Nordrhein- Westfalen hatten die Unternehmer versucht, aus dem Tarifvertrag auszusteigen. Sie wurden aber von den Kolleginnen und Kollegen eines Besseren belehrt: Über 10 000 Beschäftigte aus insgesamt 286 Betrieben traten in den Warnstreik. Das überzeugte die Arbeitgeber. Sie kehrten an den Verhandlungstisch zurück. Auch in Baden-Württemberg planen die Arbeitgeber offensichtlich, aus dem Flächentarifvertrag auszusteigen.
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