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09.09.2009
Schlusslicht bei der Lohnentwicklung

Interessante Fakten angesichts neoliberaler Unkenrufe zu den angeblich ach-so-konjunkturschädlichen Löhnen in Deutschland: Einer aktuellen EU-Studie zufolge liegt die Entwicklung der Reallöhne hierzulande mit mageren 0,1 Prozent im Jahr 2008 europaweit an letzter Stelle. 2007 leistete sich Deutschland gar ein Negativwachstum.

Inflationsbereinigte durchschnittliche Tarifentwicklung
(Eurofound, zum Vergrößern bitte anklicken)

Lohnentwicklung erheblich schwächer

Die Löhne der deutschen ArbeitnehmerInnen haben sich laut der neutralen Studie in den vergangenen Jahren erheblich schwächer entwickelt als in den meisten EU-Ländern. Die Einkommen stiegen demnach im Jahr 2008 nur um 0,1 Prozent und waren 2007 sogar um 0,1 Prozent zurückgegangen. Zwar ist dies insgesamt der Trend in den EU-Stammländern, Deutschland aber setzt sich als deutliches Schlusslicht ab.

Im EU-weiten Durchschnitt erhielten ArbeitnehmerInnen 2008 1,3 Prozent mehr Lohn, 2007 sogar 3,6 Prozent. Den Ausschlag geben dabei die neuen Mitgliedstaaten, die seit 2004 beitraten; hier stiegen die Realeinkommen um durchschnittlich 2,4 (2008) beziehungsweise 6,9 (2007) Prozent. In den 'alten' Ländern stiegen die Einkommen nur um 0,3 (200) beziehungsweise 1,0 Prozent (2007), aber immerhin: sie stiegen im Gegensatz zu denen in Deutschland erkennbar.

Frauen: fast ein Viertel weniger

Neben der generellen Einkommensentwicklung analysiert die Studie die Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Auch hier ergibt sich ein nachgerade beschämendes Bild für Deutschland: Frauen verdienen hier 23 Prozent weniger als Männer, eine Differenz, die nur noch in Zypern, den Niederlanden, der Slowakei und Estland übertroffen wird. Vorbildlich erscheint in dieser Hinsicht Italien mit nur 4,4 Prozent Unterschied, gefolgt von Portugal und Slowenien mit je 8,3 Prozent.

Der Europäische Gewerkschaftsbund bewertet die deutsche Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen und Männern nach den Worten seines stellvertretenden Generalsekretärs Reiner Hoffmann als Skandal: "Die Arbeitgeber in Deutschland müssen endlich umdenken und Frauen gleiche Rechte bei der Entlohnung einräumen. Andere Länder zeigen doch, dass das geht."

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