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28.11.2006
„Geschäftsschädigendes Ausmaß“

In einem Bericht der Frankfurter Rundschau zu den schwarzen Kassen bei Siemens übt Werner Neugebauer Kritik an den Sicherungsmechanismen bei Siemens.

"Sind die Sicherungs-mechanismen bei Siemens so, dass jemand 200 Millionen Euro ohne Wissen des Vorstands aus dem Haus schleusen kann?", fragt der Bezirksleiter der IG-Metall Bayern, Werner Neugebauer. Die Tatsache, dass es auch bei Siemens Korruption gibt, könne am Vorstand um Konzernchef Klaus Kleinfeld nicht vorbeigegangen sein, da es vor der aktuellen Affäre schon andere Fälle von Bestechung gegeben habe, so Neugebauer gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Die Kritik von IG Metall-Seite kommt nicht von ungefähr: Nach Informationen der Süddeutsche Zeitung hat einer der Beschuldigten gegenüber der Staatsanwaltschaft erklärt, zwei Führungskräfte aus der Abteilung Compliance seien über die Schwarzgeldkonten im Bilde gewesen und hätten sogar versucht, deren Existenz zu vertuschen.

Serie von Skandalen "geschäftsschädigendes Ausmaß"

Die Diskussion über eine 30-prozentige Erhöhung der Vorstandsgehälter, die BenQ-Pleite und nun die aktuelle Affäre ließen bei der Belegschaft die Motivation verkommen, warnte Neugebauer in der Frankfurter Rundschau. Die Serie von Siemens-Skandalen habe mittlerweile ein geschäftsschädigendes Ausmaß erreicht. Für Argumente wie "Schmiergelder für Auslandsaufträge sind gang und gäbe" zeigt Neugebauer kein Verständnis. "Wir haben Gesetze." Wenn jemand 200.000 Euro aus einer Firmenkasse abzweigt, seien Entlassung und Strafanzeige zwingend. Bei 200 Millionen Euro dürften die Konsequenzen nicht anders sein. Die FR sprach auch mit dem Korruptionsexperten Wolfgang Schaupensteiner, nach dessen Einschätzungen solche so genannten „Kriegskassen“ in großen Konzernen nur mit Wissen der Unternehmensleitung eingerichtet werden. "Das geht nicht ohne die Spitze, da das Risiko einer Entlassung sonst für die Akteure viel zu groß wäre", sagte der Oberstaatsanwalt am Rande des Frankfurter Sicherheitstages. Er kenne den aktuellen Fall Siemens nur aus den Medien und könne sich daher nicht zu Einzelheiten äußern. Auch Siemens schweigt zu der Affaire.

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