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16.04.2009 Von: MJ
Audi zahlt Tariferhöhung
Mindestens 80 Prozent der Betriebe in Bayern werden - wie vorgesehen - die zweite Stufe der Tariferhöhung um 2,1 Prozent ab 1. Mai bezahlen, in etwa 20 Prozent der Unternehmen wird noch diskutiert. In den letzten Tagen machte das Gerücht die Runde, auch bei AUDI werde über eine Verschiebung der zweiten Stufe nachgedacht. GBR-Vorsitzender Peter Mosch hat klargestellt: Audi zahlt!
Die zweite Stufe der Tariferhöhung kann durch freiwillige Betriebsvereinbarung um bis zu sieben Monate verschoben werden. In etwa jedem fünften bayerischen Unternehmen bemühen sich die Arbeitgeber noch um die entsprechende Zustimmung des Betriebsrates - was natürlich nicht heißt, dass dann auch in all diesen Unternehmen verschoben wird. Denn eine Verschiebung gibt es nur mit Zustimmung des Betriebsrates. Auf diese betriebliche Komponente haben die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen im November letzten Jahres bestanden.
Keine massenhafte Verschiebung
Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser wirbt seit Wochen für eine Verschiebung auf breiter Front. Nach seiner Schätzung wollen „bis zur Hälfte der Firmen und Beschäftigten" davon Gebrauch machen. Zumindest für Bayern dürften diese Zahlen heftig übertrieben sein. Noch ist nicht in allen Unternehmen entschieden, aber nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass in allen großen Betrieben die zweite Stufe der Tariferhöhung ab dem 1. Mai gezahlt wird: bei Siemens, BMW, Audi, MAN und Schaeffler wird nicht verschoben.
0,3 Prozent entscheiden nicht über die Zukunft des Unternehmens
Kannegiesser und andere Arbeitgeber suggerieren, an der Frage der Verschiebung der zweiten Stufe, hinge die Zukunft der Unternehmen. Tatsächlich könnten Unternehmen durch einen Aufschub um sieben Monate im Jahresergebnis nur etwa 0,3 Prozent einsparen. Damit ist auch klar, dass das Wohl und Wehe eines Unternehmens sich nicht an der Frage von 2,1 Prozent höheren Löhnen entscheidet.
Gewissheit bei Audi
Die rund 48.000 Beschäftigten bei Audi (Ingolstadt und Neckarsulm) haben seit der gestrigen Betriebsversammlung endgültige Gewissheit: Personalvorstand Dr. Werner Widuckel, bestätigte, dass die zweite Stufe der Tariferhöhung, wie im Tarifvertrag vorgesehen, zum 1. Mai umgesetzt werde.
Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der AUDI AG, begrüßte die Ankündigung. In der augenblicklichen Marktkrise sei es dem Betriebsrat besonders wichtig, dass die erfolgreiche Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit und der Beschäftigungssicherung bei Audi nicht aus den Augen verloren wird, betonte Peter Mosch. Die zentrale Frage sei die Überwindung der Auswirkungen der Krise. „Da sitzen wir alle im selben Boot: Mannschaft und Management.“
Widuckel verwies aber auch auf die wirtschaftlich schwierige Gesamtlage, die es erforderlich mache, die Ertragskraft zu sichern: „Wir haben zwar keine Audi Krise aber eine dramatische Marktkrise.“ So werde für dieses Jahr ein Rückgang der weltweiten Gesamtnachfrage nach Fahrzeugen auf 46 Millionen erwartet. Und das, nachdem die Nachfrage im Jahr 2008 bereits von 59 auf 56 Millionen gesunken war. Er untermauerte, dass die Beschäftigung des Stammpersonals bei Audi sicher sei, dass es keinen Einstellstopp gebe und dass die Zahl der Ausbildungsplätze für den kommenden Jahrgang einmalig um 40 erhöht werde. „Dies ist ein klares Signal dafür, dass wir auch in der Krise auf Zukunftssicherung setzen.“
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