Die ABB Automation Products GmbH, hat die Belegschaft über die mögliche Schließung der Produktion in Alzenau (Unterfranken) informiert. Nur 41 von derzeit ca. 250 Beschäftigten am Standort würden bei einer Umsetzung dieser Pläne noch übrig bleiben. Die Pläne der Geschäftsleitung kommen für den Betriebsrat am Standort Alzenau völlig überraschend.
Das Kerngeschäft von ABB liegt in der Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Service von intelligenter Instrumentierung für die Durchfluss-, Druck-, Temperatur- und analytische Messtechnik, Wartengeräten, Aktuatoren sowie Schaltanlagen und elektrischen Antrieben und Motoren.
Das Unternehmen beschäftigt 1250 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von ca. 330 Mio €. Die mögliche Schließung des Standortes Alzenau trifft die Beschäftigten wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Wurde doch seit April 2009 der Nachfragerückgang mit Kurzarbeit ausgeglichen. ABB stellt in Alzenau Produkte der Temperaturmesstechnik her. Weitere Standorte der ABB APR GmbH sind in Göttingen und Minden. Die Geschäftsleitung beabsichtigt, die Produktion auf diese beiden Standorte zu konzentrieren.
Susanne Nagel, Betriebsratsvorsitzende in Alzenau, dazu: „Zu keinem Zeitpunkt wurde mit dem Betriebsrat aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation über weitere erforderliche Sparmaßnahmen oder ähnliches gesprochen. Selbst Anregungen des Betriebsrats, eine Ausweitung der Kurzarbeit auf alle Mitarbeiter am Standort Alzenau anzustreben, um einen finanziell höheren Beitrag zur Standortsicherung zu leisten, wurde seitens der Geschäftsleitung immer wieder ignoriert.“
Die IG Metall tritt dafür ein, dass das Instrument der Kurzarbeit für den vollen Zeitraum von 24 Monaten genutzt wird, um in dieser Zeit ein Konzept für den Erhalt des Werks zu erreichen. Der Betrieb wird von der IG Metall Frankfurt betreut, weil in Alzenau die hessischen Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie angewandt werden. „Das Spezial-Know-how für die Produktion gibt es nur in Alzenau. Bisher war es gerade das Konzept, diesen Standortvorteil von Alzenau weiter zu nutzen. Wir wollen eine wirtschaftliche Begutachtung der Pläne der Geschäftsleitung durch einen eigenen Fachmann“, so der zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Metall Frankfurt, Martin Weiss. Die IG Metall ruft alle Beschäftigten für Mittwoch, 28.10.2009, 9:00 Uhr zu einer Protestkundgebung vor dem Firmengebäude auf.



