(Pressedienst 39 / 2008) Wenige Tage vor Ablauf der Friedenspflicht ist auch die zweite Verhandlungsrunde für die 750.000 Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ohne Annäherung zu Ende gegangen.
Die Arbeitgeber haben auch in dieser Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt.
Der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, machte den Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) für eine mögliche Eskalation des Konfliktes verantwortlich: „Arbeitgeber, die vier Tage vor Auslaufen des Tarifvertrages immer noch kein Angebot vorlegen, vergeben leichfertig die Chance auf gütliche Einigung innerhalb der Friedenspflicht. Eine allerletzte Chance hat der vbm jetzt am 31. Oktober, wenn er auch dann kein ausreichendes Angebot vorlegt, sind Warnstreiks unvermeidlich. Und wenn die Arbeitgeber so weiter machen, zwingen sie die IG Metall zu Entscheidungen, die sie liebend gerne vermeiden möchte. Wenn möglicherweise in Bayern - oder anderswo - die Arbeitgeber glauben, die IG Metall am ausgestreckten Arm verhungern lassen zu können, sollten sie sich angesichts des vor uns stehenden Winters ganz warm anziehen.“
Statt eines Angebotes präsentierten die Arbeitgeber am Montag in Erding lediglich die bekannten Vorschläge für zentrale Verhandlungen. Werner Neugebauer bezeichnete diese Vorschläge als „wohlbekannte Verzögerungstaktik der Arbeitgeber, die nur darüber hinwegtäuschen soll, dass sie immer noch kein Angebot haben, denn sonst hätten sie es ja hier und heute auf den Tisch legen können. Oder sie wissen schon jetzt, dass ihr Angebot so beschämend ist, dass sie das Licht der Öffentlichkeit scheuen und deshalb die Form des Konklaves für die weiteren Tarifverhandlungen vorschlagen.“
Die IG Metall Bayern hält den Vorschlag zentraler Verhandlungen für völlig ungeeignet um zügig zu einem Ergebnis zu kommen. Neugebauer: „Zweimal haben wir uns in der Vergangenheit auf Drängen der Arbeitgeber auf zentrale Verhandlungen eingelassen. Beide Mal ist der Versuch kläglich gescheitert. Warum sollte das dieses Mal anders sein?“ 1996/97 war der Konflikt um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und 2008 die Frage der Altersteilzeit Gegenstand solcher zentralen Gespräche gewesen.
Vor Verhandlungsbeginn hatten 1 000 Beschäftigte aus der Region für die Forderung der IG Metall demonstriert. Die IG Metall Bayern fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 8 Prozent und deine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um einheitlich 75 Euro in allen Ausbildungsjahren.
Die nächste Verhandlungsrunde für die 750.000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie findet am 31.10. statt.


