(München) Nach Ablauf der Friedenspflicht um Null Uhr legten
1.400 Beschäftigte in 14 Betrieben die Arbeit nieder.
Die Nachtschichten von Osram, MAN-Roland und EADS (alle Augsburg), AGCO-Fendt (Bäumenheim), Valeo (Wemding), FTE automotive (Ebern), bei Läpple (Maxhütte Haidhof), Epcos, Infineon und Bosch in München sowie in Aschaffenburg beim Linde Werk I und TRW, bei Bosch-Rexroth Werk I und Rexroth Guss in Lohr/Main demonstrierten für die Tarifforderung von fünf Prozent höheren Einkommen und monatlich 40 € höherer Ausbildungsvergütung, tarifliche Rahmenregelungen für Qualifikation und Innovation und das wieder in-Kraft-setzen der Vermögenswirksamen Leistungen. „Mit der hohen Beteiligung an den Null-Uhr-Aktionen war der Auftakt schon sehr gut. Das stärkt uns den Rücken beim Tarifkonflikt. Am Vormittag legen wir noch kräftig nach“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. „Für heute erwarten wir rund 10 000 Warnstreikende an 25 Streikaktionen.
Mit Fackeln „erleuchteten“ über 400 Demonstranten von Epcos, Infineon und Bosch in München die „Dunkelheit der Arbeitgeber“, denn sie wollen, dass den Arbeitgebern endlich ein Licht aufgeht, so Horst Lischka, 2. Bevollmächtigter der IG Metall München.
Der „finanzielle Glanz“ des Lampenherstellers soll auch Licht in die Geldbeutel der Beschäftigten bringen. „Osram hat die letzten Jahre gut verdient, jetzt sind die dran, die das arbeitet haben“. sagte Jürgen Kerner, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg, unter Beifall der Streikenden: „Wir machen weiter Druck. Die Leute brauchen Geld und können nicht verzichten“.
Beim Automobilzulieferer Läpple in Maxhütte-Haidhof streikten die Nachtschicht-arbeiter/innen mit „Verstärkung“ von Mitglieder aus umliegenden Betrieben. Auf der Kundgebung vor mehr als 100 Teilnehmern sagte Regensburgs 2. Bevollmächtigter Jürgen Scholz: „Leistung muss sich nicht nur für Spitzenmanager lohnen. Die DAX-Manager haben sich schon fünf Prozent genehmigt. Das fordern wir auch für die, die nachts arbeiten und buckeln. Darum ist unsere Forderung fünf Prozent richtig“.
Die kompletten Nachtschichten von Bosch-Rexroth und Rexroth Guss legten in Lohr/Main wie bei Linde Werk I und TRW in Aschaffenburg die Arbeit nieder. „Wir wollen keine Tricksereien, sondern ein verhandlungsfähiges Angebot muss auf den Tisch“. forderte Herbert Reitz, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg. Die Beschäftigten verlangten von der IG Metall, nicht lange am Verhandlungstisch zu sitzen, sondern schnell mit weiteren Maßnahmen die Arbeitgeber zu einem Tarifabschluss zu bewegen.
In der ersten Warnstreikphase bis Ostern erwartet die IG Metall Bayern bei über 130 Warnstreiks und betrieblichen Aktionen mehr als 100 000 Warnstreikende.
Die nächste Warnstreikaktion in der Nacht vom 29.03.2006
Würzburg: Bei Siemens VDO sind rund 100 Beschäftigte um 5.00 Uhr zu einer Kundgebung aufgerufen. Ansprechpartner: Werner Ring (Mobil 0170/3333293).
In Trabitz (Amberg), bei Faurecia, sind rund 80 Beschäftigte um 5.30 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Werkstor aufgerufen.


