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25.06.2005
Innovationen statt Altbackenes notwendig

(München) Offenbar kennt die Gier nach Profit beim Handwerkspräsidenten Otto Kentzler keine moralischen Grenzen mehr. So ist es für die IG Metall Bayern nicht verwunderlich, dass der Arbeitgeberfunktionär die gegenwärtige wirtschaftliche Situation und die Massenarbeitslosigkeit nutzen will, um weitere soziale Einschnitte zu fordern.

„Wer bei Krankheit Urlaub verrechnen will, hat kein Quäntchen soziales Gewissen. Dieses Denken zeigt, was der Spitzenfunktionär von den Beschäftigten hält, nämlich nichts,“ sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.

Statt ständig darüber zu sinnieren, wie man die Arbeitnehmer weiter gängeln kann, sollte sich der Handwerker ernsthaft Gedanken machen über das innovative Voranbringen seiner Zunft. Wer heute noch teilweise Arbeit organisiert und Technologien einsetzt wie in den fünfziger Jahren, verschleudert mehr Geld als ein kranker Arbeitnehmer in seinem Arbeitsleben kostet, stellte Neugebauer fest. „Das Handwerk braucht Innovationen, dann ist es auch konkurrenzfähig. Altbackene Verhaltensweisen verhindern eine moderne und dynamische Entwicklung“.

Die Forderung Krankheit mit Urlaub zu verrechnen, klingt bei dem historischen Tiefstand der Krankheitszahlen der deutschen Arbeitnehmer geradezu grotesk. Neugebauer sagte, nach dem Scheitern von Streichen von Feiertagen und der Lohnfortzahlung muss jedem vernünftigen Menschen klar sein, dass dieser Weg von der Gesellschaft abgelehnt wird und nicht durchsetzbar ist. Gleiches gilt für die Kürzung der Urlaubsdauer. „In einer hochproduktiven Gesellschaft führen diese Denkstrukturen nur zur Frustration der Beschäftigten und dienen nicht der Weiterentwicklung einer sozialen und humanen Arbeitsgesellschaft.“

Neugebauer forderte alle Handwerker auf, ihre Energien für die Modernisierung der Betriebe mit neuen Techniken, Produktionsverfahren, Materialien und einer menschenfreundlichen und humanen Arbeitsorganisation zu verwenden. „Dieser Weg bringt die Branche nach vorne, sichert Arbeitsplätze und ökonomische Vorteile für die Besitzer“.

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