aktueller Pfad: Home » Nachrichten » Ansicht
17.05.2008
Von Krise keine Spur

Ein hoher Ölpreis, der starke Euro und die weltweite Finanzkrise, hatten die Wirtschaftsforschungsinstitute dazu veranlasst, ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr nach unten zu korrigieren. Aber das Bruttoinlandsprodukt hält sich nicht an die pessimistischen Vorhersagen und wächst weiter gewaltig.

Von der vielbeschworenen Krise keine Spur. Die deutsche Wirtschaft hat einen Traumstart ins Jahr 2008 hingelegt. Um 1,5 Prozent war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) – preis-, saison- und kalenderbereinigt – im ersten Vierteljahr 2008 höher als im vierten Quartal 2007. Über das gesamte erste Quartal gesehen, hat sich der wirtschaftliche Aufschwung des vergangenen Jahres damit unvermindert fortgesetzt; die deutsche Wirtschaft hat sich am Anfang des Jahres 2008 auch bei zunehmenden Belastungsfaktoren als sehr robust erwiesen.

 

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent. Kalenderbereinigt betrug der Zuwachs sogar 2,6 Prozent, weil im Berichtsquartal zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im ersten Vierteljahr 2007.

 

‚‚Der wirtschaftliche Aufschwung des vergangenen Jahres hat sich damit unvermindert fortgesetzt’’, schrieben die Statistiker.

 

Inlandnachfrage wirtschaftspolitisch stützen!

Als „wenig überraschend“ bezeichnete DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki das kräftige Wachstum der deutschen Wirtschaft und forderte von der Bundesregierung mehr öffentliche Investitionen, um die Binnen-Konjunktur zu stützen.

 

„Die Steigerung des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal 2008 fiel mit 1,5 Prozent doppelt so hoch aus wie prognostiziert und bestätigt, dass höhere Löhne und gute Tarifabschlüsse keine Arbeitsplätze vernichten, sondern einen wesentlichen Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung leisten“, sagte Matecki. „Insofern ist die jetzige Entwicklung auch das Verdienst der Gewerkschaften.“

 

Bis jetzt seien die Inlandnachfrage und vor allem der private Konsum die Achillesferse des aktuellen Konjunkturhochs gewesen. Exporte galten als die einzige tragende Säule des deutschen Aufschwungs, Exportzuwächse seien „mit allen Mitteln und vor allem mit Lohnzurückhaltung“ erkauft worden, erklärte Matecki.

 

Allein zwischen 2000 und 2007 sind Exporte mehr als 25 Mal schneller gewachsen als der private und staatliche Konsum zusammen. Die aktuelle positive Trendwende gehe aber ausschließlich auf die Inlandnachfrage zurück. „Hier zeigt sich“, konstatierte Matecki, „dass gerade in Zeiten außenwirtschaftlicher Turbulenzen eine stabile Inlandnachfrage eine gute Stütze für ein robustes Wirtschaftswachstum ist. Darum fordern wir die Politik auf, diese Trendwende mit der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes und mit einem Mehr an öffentlichen Investitionen in Bildung, Verkehr und ökologische Modernisierung zu stärken.“

Nur eine aktive und kluge Wirtschaftspolitik könne die Konjunktur nachhaltig stabilisieren.

 

 

Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe


Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.