(Pressedienst 77/2006) Nach monatelangen Verhandlungen konnte bei der INA-Schaeffler-Gruppe jetzt endlich der letzte noch offene Punkt des Tarifabschlusses 2006 unter Dach und Fach gebracht werden. Die Firmenleitung verpflichtete sich, an den Standorten Herzogenaurach, Höchstadt und Hirschaid 30 zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.
Auch die Ankündigung von Schaeffler, die Ausbildung ausgliedern zu wollen, ist vom Tisch. Im Gegenzug werden die Ausbildungsvergütungen für die ab 2007 beginnenden Ausbildungsverträge an das Niveau des Flächentarifvertrags angepasst. Mit diesem Kompromiss setzen die Tarifkommission und die IG Metall einen deutlichen Akzent: Wir gehen aktiv gegen den Lehrstellenmangel vor.
Die Unternehmensleitung wollte die Schaeffler-spezifische Zulage von 25 bzw. 50 Prozent für Auszubildende mit 17 bzw. 21 Jahren einfach streichen. Ohne Gegenleistung, ohne etwas für mehr oder für bessere Ausbildung zu tun.
In Franken – dem Hauptsitz von Schaeffler - standen im August 2006 (dem Zeitpunkt der letzten Statistik) 40.197 gemeldeten Bewerbern um einen Ausbildungsplatz nur 23.691 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber.
Sibylle Wankel, die Verhandlungsführerin der IG Metall: „Angesichts der dramatischen Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt – insbesondere auch in Franken - wollten wir auf gar keinen Fall zulassen, dass sich die Firmenleitung das Geld, das bei den Auszubildenden eingespart wird, einfach in die eigene Tasche steckt. Jetzt wird dieser Betrag zur Finanzierung zusätzlicher Ausbildungsplätze genutzt.“
Außerdem setzte die IG Metall durch, dass auch diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die einen der zusätzlichen Ausbildungsplätze erhalten, gemäß dem Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung nach dem Ende der Ausbildung für mindestens ein Jahr übernommen werden müssen.
Als großen Erfolg wertet die IG Metall die Verpflichtung der Geschäftsleitung, die Ausbildung bei Schaeffler mindestens bis Ende 2009 nicht auszugliedern. Wankel: „Das ist ein wesentlicher Beitrag für den Erhalt der Ausbildungsstandards bei der Schaeffler KG.“
Für alle Auszubildenden, die jetzt bereits bei Schaeffler arbeiten, ändert sich nichts. Sie erhalten ihre Vergütung inklusive aller Zulagen in der gleichen Höhe wie bisher.


