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10.07.2007
Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt in Bayern bleibt dramatisch

Zwar hat sich in Bayern die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) verbessert. Von einer Entspannung kann aber noch nicht die Rede sein. Trotz verstärkter Anstrengungen z.B. in der M + E-Industrie fehlen weiterhin tausende Ausbildungsplätze.

die Zahl der Bewerber/innen und die
der angebotene Ausbildungsplätze
klafft jedes Jahr weiter auseinander
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Bis Mitte Juni wurden den Arbeitsagenturen in Bayern knapp 68 000 Ausbildungsplätze gemeldet. Die Zahl der Bewerber lag bei 96 500. Aus der Tatsache, dass die Zahl der bisher gemeldeten Bewerber die der Stellen übersteigt, könne aber nicht geschlossen werden, es fehlten jetzt oder später Ausbildungsstellen in dieser Größenordnung, heißt es im Monatsbericht der Agentur, die Bilanz des Beratungsjahres werde am 30. September gezogen, bis dahin würden sowohl noch Stellenmeldungen der Ausbildungsbetriebe als auch weitere Meldungen von Bewerbern eingehen.

 

Die Zahl der Altbewerber nimmt permanent zu

Fast die Hälfte aller Bewerber hat vor mehr als einem Jahr die allgemeinbildende Schule verlassen. Der Anteil der sogenannten „Altbewerber“ ist von 43,2 Prozent im September 2003 auf 47,3 Prozent im September 2006 gestiegen Die Zahl der Altbewerber nimmt permanent zu.

 

Im Ausbildungsjahr 2006 waren u.a. 20,7 Prozent der Jugendlichen Altbewerber aus dem Schulentlassjahr 2005, aus dem Schuljahr 2004 waren es 9,3 Prozent und ca 5 Prozent waren Schülerinnen und Schüler, aus noch früheren Schulentlassungsjahren, die immer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren.

 

Ein Skandal: die sogenannte „Einstiegsqualifizierung für Jugendliche“ (EQJ)

Die Sendung „Report Mainz“ hat am 04.06.2007 einen Beitrag mit dem Titel „Ausbeutung statt Ausbildung“ ausgestrahlt und aufgezeigt, wie Einstiegsqualifizierungen missbraucht werden. Zum einen erreichen sie nicht die gewollte Zielgruppe der „bedingt Ausbildungsfähigen“, sondern werden vorwiegend mit Abiturienten und leistungsfähigen Haupt- und Realschülern besetzt. Zum anderen scheinen EQJ-Stellen reguläre Ausbildungsplätze und Beschäftigung zu verdrängen. Eine Kontrolle durch die Bundesagentur für Arbeit findet nur sehr mangelhaft statt, wie auch der Bundesrechnungshof feststellte.

 

Von der einstigen Wunderwaffe des Ausbildungspaktes ist nicht mehr viel übrig geblieben. Das EQJ kommt immer weiter und stärker in die Kritik – auch vor dem Hintergrund, dass die Einstiegsqualifizierungen nicht zur Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt beigetragen haben.

 

Aktion der DGB-Jugend

Gestern (9.7.) fand in Nürnberg die diesjährige Ausbildungskonferenz der Bayerischen Staatsregierung statt. Anlässlich dieser Konferenz haben 500 Schülerinnen und Schüler vor der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg für ihr Recht auf einen gesicherten Ausbildungsplatz demonstrieren. Mit einer „Wunschberufe – Wäscheleine“ zeigten sie, dass hinter den oft nackten Zahlen der Ausbildungsstellenbilanz ganz konkrete persönliche Schicksale, Wünsche und Zukunftserwartungen von Jugendlichen stehen.

 

 

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