(München) Bei der größten Kundgebung am heutigen Mittwoch, mit 5.000 Teilnehmern aus den Betrieben MAN, MTU, Meiller und den ehemaligen Betrieben von Krauss-Maffei, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, „wir wollen einen kräftigen Schluck aus der Pulle nach Jahren der Reallohnverluste. Die Arbeitgeber verweigern bisher ein Angebot, deshalb müssen wir den Druck täglich erhöhen.“
Neugebauer erklärte vor den Streikenden: „Wenn bis Ostern kein Abschluss da ist, dann wird die Bezirksleitung der Großen Tarifkommission am 18. April 2006 empfehlen, das Scheitern der Verhandlung zu erklären und die Urabstimmung zu beantragen.“ Darüber soll der Vorstand in seiner Sitzung am 24. April 2006 entscheiden.
Nach Angaben der IG Metall legten bei 17 Warnstreiks 10 500 Beteiligte die Arbeit nieder.
Von Mittag bis zum Abend erwartet die IG Metall in elf Betrieben bei acht Aktionen weitere 4 000 Beteiligte.
Neugebauer forderte alle Beschäftigte in Bayern auf den unmittelbaren Druck in den Betrieben durch geeignete Maßnahmen zu erhöhen, damit ohne Arbeitskampf ein akzeptables Tarifergebnis erreicht werden kann.
Da sich die Arbeitgeber am Verhandlungstisch bisher nicht bewegen, bewegen sich seit letzten Donnerstag Zehntausende auf Fabrikplätzen, in Kantinen und bei öffentlichen Demonstrationen und Kundgebungen. Bei einer Demonstration in Klingenberg (Region Aschaffenburg) der WIKA-Firmen, Magna Donelly und SAF demonstrierten 1 180 für höhere Einkommen und machten ihrem Ärger Luft wegen der Unternehmerblockade. Vor dem Haupttor bei Siemens in Bad Neustadt verlangten die Belegschaften von fünf Neustädter Firmen, dass die Arbeitgeber die letzten Chancen nutzen, einen Arbeitskampf zu verhindern.
In Ebern bei FTE legten am Vormittag rund 1 000 Arbeiter, Angestellte und Auszubildende die Arbeit nieder. Mit der Spätschicht werden am Abend weitere 500 Betriebsangehörige vor dem Werktor gegen das Verhalten der Arbeitgeber demonstrieren. Weitere größere Aktionen fanden in den Schweinfurt bei Schaeffler, Elfershausen und Preh GmbH mit insgesamt 670 Beteiligten statt.


