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28.02.2007
Pfleiderer: Umsatz und Profit rauf, Löhne runter?

(Pressedienst 16/2007) Der Möbel- und Bauzulieferer Pfleiderer verdient prächtig, heute hat er eine Verdoppelung seines Gewinnes vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 104,1 auf 208,1 Millionen Euro bekannt gegeben, von den Beschäftigten aber will Pfleiderer weitere Zugeständnisse.

Standort Neumarkt
Bild: Pfleiderer AG.
Alle Rechte vorbehalten

Unter dem Strich, also nach Steuern und Abgaben hat sich der Gewinn von 28,2 Millionen Euro auf 83,9 Millionen Euro sogar fast verdreifacht.

 

Als Pfleiderer in wirtschaftlichen Schwierigkeiten war, hatte die Belegschaft zugestimmt, ihren Teil zur Sanierung des Unternehmens beizutragen. Im Juni 2005 wurde zwischen Pfleiderer und der IG Metall ein Haustarifvertrag abgeschlossen, nach dem die Beschäftigten drei Stunden umsonst arbeiten und auf die Tarifsteigerungen in den Jahren 2006 und 2007 verzichten. Dieser Haustarifvertrag läuft zum 31.12.2008 aus. Wegen einer Verhandlungsverpflichtung wird derzeit über einen neuen Haustarifvertrag verhandelt.

 

In der ersten Verhandlungsrunde stieß der Vorschlag der IG Metall über eine Einkommenserhöhung ab Januar 2008 (!) zu sprechen auf eisige Ablehnung der Geschäftsleitung. Von der Forderung, dass es ab Januar 2009 (!!) bei Pfleiderer keine unbezahlte Arbeitszeit mehr geben sollte, wollte die Arbeitgeberseite erst recht nichts wissen. Im Gegenteil: Die Geschäftsleitung forderte eine Arbeitszeit von mindestens 40 Stunden unter Beibehaltung der drei unbezahlten Arbeitsstunden pro Woche.

 

Außerdem forderte die Geschäftsleitung eine Einschränkung der Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte bei der Arbeitszeit. Die Geschäftsleitung interessiert es offenbar wenig, dass diese Rechte per Gesetz festgeschrieben sind. Ihr Standpunkt ist offenbar: „Der Herr im Haus bin ich – an Gesetze brauche ich mich nicht zu halten." Das erinnert an frühkapitalistische Verhältnisse.

 

Johann Schredl, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern: „Dass es dem Unternehmen gut geht, freut uns. Was aber nicht gut ist: Diejenigen, die all dies erarbeitet haben, die sich in den vergangenen Jahren krumm gelegt haben, unbezahlte Mehrarbeit leisten, auf Lohnerhöhungen verzichtet haben, sollen leer ausgehen. Mehr noch: Die Vorschläge der Geschäftsleitung bedeuten eine weitere Verschlechterung. Das wird sich die Belegschaft nicht bieten lassen."

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