Aufsichtsrat und Vorstand der Continental AG weisen das angekündigte Übernahmeangebot der Schaeffler Gruppe zurück, da dieses den Wert der Conti nicht angemessen bewerten würde. Beide Gremien sind gleichzeitig der Auffassung, dass eine Einigung mit der Schaeffler Gruppe in diesem Verfahren erstrebenswert sei.
Alle Mitglieder beider Organe lehnen die Offerte in der vorliegenden Form ab und befürworten die weitere juristische Prüfung der Art und Weise der Annäherung an die Continental AG durch die zuständigen Aufsichtsbehörden. Aufsichtsrat und Vorstand von Conti werden in diesem Verfahren alles tun, um die Interessen der Aktionäre, Mitarbeiter und sonstigen Stakeholder zu schützen, heißt es in einer Pressemeldung, die der Konzern am späten Mittwochabend nach einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates verschickte.
Sollte die Schaeffler Gruppe bereit sein, entweder über eine angemessene Prämie für Continental-Aktionäre oder über die Begrenzung auf eine für das Unternehmen akzeptable Beteiligungsquote zu verhandeln, habe der Vorstand die Unterstützung des Aufsichtsrats, direkte Verhandlungen mit der Schaeffler Gruppe aufzunehmen.
Aufsichtsrat und Vorstand von Conti wollen in diesem Verfahren alles tun, um die Interessen der Aktionäre, Mitarbeiter und sonstigen Stakholder zu schützen.
Schaeffler hatte zuletzt 70,12 Euro pro Conti-Aktie geboten. „Wir stehen zu unseren bereits mehrfach gemachten Zusagen: Continental soll als Ganzes bestehen bleiben, auch mit Bezug auf das Reifengeschäft; als eigenständiger, börsennotierter Konzern mit Sitz in Hannover, selbstverständlich auch künftig mit einem mitbestimmten Aufsichtsrat. Zur Verlagerung oder einem Abbau von Arbeitsplätzen wird es in Folge des Angebots nicht kommen“, erklärte Dr. Jürgen M. Geißinger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schaeffler Gruppe. „Und wir sind zuversichtlich, dass wir zu den weiteren vom Gesamtbetriebsrat angesprochenen Punkten zu einer einvernehmlichen Lösung kommen werden.“
Die Schaeffler Gruppe begrüßte, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Continental AG eine Einigung mit der Schaeffler Gruppe für erstrebenswert halten. Die Schaeffler Gruppe warte jetzt darauf, dass die Continental AG ihre Vorstellungen konkretisiert, damit sich die Schaeffler Gruppe gegenüber der Continental AG äußern kann.
IG Metall fordert von Schaeffler Garantien für Arbeitsplätze
Der Bezirksleiter der IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Hartmut Meine, hat für den Fall einer weiteren Beteiligung der Schaeffler-Gruppe an der Continental AG Garantien für wesentliche, die Arbeitnehmer betreffende, Fragen gefordert: „Die Sicherung der Unternehmensstruktur und der Arbeitsplätze sowie die Einhaltung von Tarifverträgen und der Erhalt der Mitbestimmung müssen in schriftlich fixierten Verträgen garantiert werden“, sagte Meine am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung. Der mögliche Einstieg von Schaeffler bei Conti könne von der IG Metall nur dann positiv begleitet werden, wenn es schriftliche Garantien zu diesen wesentlichen Punkten gäbe. „Die Beschäftigten haben die Continental AG zu einem der erfolgreichsten Automobilzulieferer der Welt gemacht, sie haben ein Recht auf sichere Arbeitsplätze, eine gute Perspektive und demokratische Mitbestimmung im Unternehmen“, sagte Meine. Mündliche Absichtserklärungen durch die Verantwortlichen der Schaeffler-Gruppe reichten an dieser Stelle nicht aus, notwendig seien Verträge, deren Einhaltung nachprüfbar sei.



