Unter dem Titel „Was heißt hier „unabhängig“ informiert eine komplett überarbeitete Neuauflage ab sofort über die AUB - "Von Marionettenorganisationen und Trojanischen Pferden". Sie schildert die "Unabhängigen" vor dem Hintergrund aller Informationen, die nach der weitgehend abgeschlossenen juristischen Aufarbeitung der AUB-Affäre bekannt sind.
Die Richter des Landgerichts Nürnberg-Fürth hatten im Herbst 2008 über einen in dieser Form einmaligen Vorgang in der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik zu entscheiden: Einer der renommiertesten deutschen Konzerne mit Weltruf, die Siemens AG, war angeklagt, über Jahre eine Gegengruppierung zur IG Metall und zu ihren Betriebsräten gezüchtet und finanziert zu haben: die seit 1986 als „Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger – AUB e.V.” firmierende AUB. Von deren verlogenem Etikett, „unabhängig“ und nicht „fremdgesteuert“ zu sein, ist nach dem Prozess nichts mehr übrig geblieben.
Die in den 1970er Jahren in Erlangen als „Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsräte“ entstandene Organisation wurde, als Schelsky dort das Kommando übernahm, zu einer – im wörtlichen Sinne so gemeinten – Geheimwaffe gegen die IG Metall und die ihr angehörenden Betriebsräte aufgepäppelt. Führende Siemens-Manager sorgten mit dafür, dass Betriebsratskandidaten für die AUB ausgesucht wurden. Solche Kandidaten durften auf ein berufliches Fortkommen und auf Privilegien hoffen. Über die AUB, beziehungsweise ein verschlungenes Firmengeflecht, das zum Teil gemeinsam mit Schelsky zu diesem Zweck angelegt wurde, finanzierte Siemens genehme und handzahme Vertreter. Organisator des Deals war Wilhelm Schelsky, zunächst im Konzern, später als selbstständiger Komplize außerhalb.
Die 42-seitige Broschüre ersetzt die entsprechende Informationsbroschüre, die unter dem Titel "Im Dienste der Führung" im Jahr 2007 den damaligen Kenntnistand zusammenfasste.
Aus dem Inhalt:
- Die Vorgeschichte
- Der Prozess
- Ist der Fall damit erledigt?
- Die Marionetten und ihre Strippenzieher
- Wann genau begann die „Operation AUB“?
- Die Welt des großen Zampanos
- Die Wege des schmutzigen Geldes
- Wer waren die Mitwisser und Täter bei Siemens?
- Am Ende steht Schelsky alleine da
- Die Vergangenheitsbewältigung der AUB
- Die AUB heute
- Immer noch die alten Parolen
- Die AUB und die Tarifverträge
- Die versprengten „Unabhängigen“
- Ein Fazit
Die Broschüre Was heißt hier „unabhängig“? kann in der Druckfassung über die örtlichen IG Metall-Verwaltungsstellen bezogen werden. Als PDF kann man sie über untenstehenden Link (AUB-Info-2009.pdf) sowie im Download-Bereich der IG Metall Bayern herunterladen.
- Dateien:
AUB-Info-2009.pdf



