Jugendliche haben in Deutschland ein doppelt so hohes Risiko den Job zu verlieren wie andere Beschäftigte. Das wahre Ausmaß der Jugendarbeitslosigkeit wird zudem unterschätzt. Der Grund: sie wird in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit nicht umfassend abgebildet.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bereichs Arbeitsmarktpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund.
Derzeit sinkt zwar die Zahl der arbeitslos registrierten Jugendlichen und folgt damit der bisherigen günstigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Anders als die Arbeitslosenquote von Jugendlichen zunächst vermuten lässt, haben Jugendliche aber ein deutlich höheres Risiko arbeitslos zu werden, als die Erwerbspersonen insgesamt. Das Risiko arbeitslos zu werden, ist für Jugendliche nach dieser DGB-Studie doppelt so hoch, bei einer meist kürzeren Dauer der Arbeitslosigkeit. Das bedeutet: Der Arbeitsmarkt für Jüngere ist viel mehr in Bewegung. Jüngere werden schneller arbeitslos und sind seltener langzeitarbeitslos.
Laut DGB-Studie könnte ein erstes Anzeichen dafür die Zahl der Zu- und Abgänge in die Erwerbstätigkeit im Juli sein: Weniger jungen Menschen gelang es ihre Arbeitslosigkeit zu beenden.
Das Risiko arbeitslos zu werden - und es auch dauerhaft zu bleiben - betrifft besonders Jugendliche ohne oder mit niedrigem Schulabschluss und mit geringer beruflicher Qualifikation. Berufseinsteiger werden unter dem Vorwand mangelnder Berufserfahrung und fehlender Qualifizierung zunehmend in prekäre Beschäftigung gedrängt. Statt mit eigener Ausbildung auf den Fachkräftemangel zu reagieren, nutzen viele Unternehmen die Situation aus. Berufseinsteiger werden auf höchste Flexibilität, konditioniert - bei geringer Bezahlung und wenig Sicherheit.
Was auf der einen Seite an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung für Jüngere verschwindet, taucht auf der anderen Seite wieder als prekäre Beschäftigung auf. Das Normalarbeitsverhältnis - von dem viele Junge so nur noch träumen können - wird zunehmend untergraben.



