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12.12.2007
83 Prozent finden Managergehälter viel zu hoch

Nach einer repräsentative Umfrage von TNS Infratest Politikforschung im Auftrag des DGB halten 83 Prozent aller Befragten die Gehälter der Dax-Manager für überhöht. Der Deutsche Gewerkschaftsbund will einen neuen Kodex, nachdem sich die Vergütung der Manager auch an sozialen und ökologischen Zielen orientiert.

4,5 Millionen Euro durchschnittliches Jahresgehalt haben die Vorstandsvorsitzenden der DAX-30-Unternehmen im Jahr 2006 erhalten. Die von TNS Infratest Politikforschung durchgeführte repräsentative Studie legte diese Zahlen zugrunde und befragte insgesamt 1 000 wahlberechtigte Deutsche nach ihrer Meinung zur Höhe der Bezüge der Vorstandsvorsitzenden. Sie sollten zudem einschätzen, welche Vergütung sie für angemessen halten und an welchen Kriterien angemessene Bezüge festgemacht werden sollten.

 

Die Ergebnisse der im November 2007 durchgeführten Umfrage unterstreichen die weit verbreitete Skepsis gegenüber der in den vergangenen Jahren rasant angestiegenen Managervergütung in den großen deutschen Unternehmen. Über alle Parteigrenzen hinweg halten jeweils weit über 80 Prozent die Bezüge der Vorstandsvorsitzenden für unangemessen. Nur bei den FDP-Anhängern fällt die Mehrheit mit 57 Prozent deutlich geringer aus.

 

Frauen noch kritischer als Männer

85 Prozent der Ostdeutschen und 82 Prozent der Westdeutschen halten das Jahreseinkommen für zu hoch. Einen leichten Unterschied ergibt die Befragung von Frauen und Männern. Letztere liegen mit 78 Prozent Ablehnung  unter dem Wert der Frauen, die mit 88 Prozent die Vergütungshöhe ablehnen.

 

Was ist angemessen?

Bei der Frage, welches Jahresgehalt angemessen sei, lassen sich ebenfalls eindeutige Meinungen erkennen. 28 Prozent finden, dass ein Jahressalär bis 500 000 Euro angemessen ist. Weitere 20 Prozent können sich mit einer Vergütung bis zu 1 Millionen Euro anfreunden. Nur 4 Prozent empfinden die tatsächliche Höhe von mehr als 4 Millionen Euro als angemessen.

 

Weiterhin spricht sich die große Mehrheit von 85 Prozent für eine Orientierung der Vergütung auch an sozialen und ökologischen Kriterien aus. Dabei wurden ausdrücklich „harte“ Kriterien wie der Erhalt von Arbeitsplätzen, die Zufriedenheit der ArbeitnehmerInnen und das Einhalten von Umweltkriterien abgefragt.

 

Dietmar Hexel: Wir müssen weg von der kurzfristigen Orientierung

Die Höhe der Vorstandsvergütung in den großen Unternehmen widerspricht aus Sicht des DGB den Grundsätzen von Leistungsgerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit, mit negativen Auswirkungen auf den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Um den Trend der ausufernden Vorstandsbezüge einzudämmen, kündigte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel einen neuen Kodex für angemessene Vorstandsvergütung an, mit praktischen Handlungsempfehlungen für die Umsetzung im mitbestimmten Aufsichtsrat. Zur Erarbeitung der Empfehlungen wurde ein gewerkschaftlicher Expertenkreis eingerichtet, dessen Mitglieder von den Mitgliedsgewerkschaften benannt worden sind.

 

Der DGB Kodex für angemessene Vorstandsvergütung wird voraussichtlich im Frühjahr 2008 vorliegen. Der Entwurf für den Kodex sieht vor, den festen Bestandteil des Managereinkommens, das sogenannte Fixum zu stärken. Die variablen Vergütungsanteile sollen maximal 40 Prozent betragen.

 

Zudem soll sich die Vergütung stärker an sozialen und ökologischen Zielen messen lassen. „Wir müssen weg von der kurzfristigen Orientierung an den Aktienkursen zu nachhaltiger Unternehmenslenkung“, sagte Hexel der Welt am Sonntag. Aufsichtsräte müssten prüfen, ob bei Jahresgehältern von über einer Millionen Euro noch eine zusätzliche Altersversorgung nötig sei. Wenn, dann müsse sich diese an den üblichen Regeln des jeweiligen Unternehmens orientieren. Andere müssten schließlich auch privat vorsorgen, so Hexel.

 

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