(Pressedienst, 17 / 2009) Anlässlich der 59. Bezirkskonferenz der IG Metall Bayern ging Bezirksleiter Werner Neugebauer am Freitag in seinem Rechenschaftsbericht vor 100 Delegierten hart mit Banken, Arbeitgebern und der Politik ins Gericht.
Neugebauer warf den Banken vor, selbst Unterstützungsleistungen zu Niedrigzinsen in Anspruch zu nehmen, durch die von ihnen verursachte Krise in Bedrängnis geratene Mittelstandsunternehmen jedoch mit Zinssätzen von bis zu 13 Prozent zusätzlich zu belasten. Seine Forderung lautet daher: „Ich erwarte, dass jene, die uns dieses ökonomische Desaster eingebrockt haben, die Zinsen für Unternehmenskredite massiv senken. Und das selbe gilt für Überziehungskredite von Arbeitslosen und Kurzarbeitern.“
An die bayerischen Arbeitgeber gerichtet betonte Neugebauer erneut, dass vor Entlassungen sämtliche Möglichkeiten der Kurzarbeit über den vollen Zeitraum von zwei Jahren zu nutzen sind. Dabei darf auch die Chance auf entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen nicht vertan werden.
Mit Blick auf die Jugend wies er auf eine mit dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie geplante Vereinbarung hin, für 2010 die Zahl der Ausbildungsplätze von 2008 zu erhalten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Übernahme der Auszubildenden, für die mit dem Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bereits eine erste Brücke vereinbart worden ist.
Die bayerische Politik forderte Neugebauer auf, ihre Gestaltungsmöglichkeiten wahrzunehmen, um wichtige und tragfähige Strukturen zu erhalten und industriepolitische Konzepte voranzubringen. Entsprechende Bemühungen sind bislang wenig zu erkennen: „Ich habe nicht den Eindruck, dass die bayerische Staatsregierung begriffen hat, was aktuell notwendig ist. Momentan ergötzt sich die bayerische Politik darin zu bedauern, zuzuschauen und zu kommentieren. Das Herbeireden von Insolvenzen durch den Shooting Star der CSU reicht jedenfalls nicht aus. Auch von der bayerischen Arbeitsministerin, Frau Haderthauer war bisher rein gar nichts zu hören.“
Die IG Metall Bayern setzt sich zu Bewältigung der Krise für zweijährige Strukturkurzarbeit ein und die Staffelung des Arbeitslosengeldes I nach Beschäftigungsdauer ein. Außerdem will sie zeitlich befristet die Quote der Altersteilzeit erhöhen und die geförderte Arbeitszeit wieder einführen. Last, but not least muss die Rente mit 67 für mindestens zehn Jahre ausgesetzt werden, so Neugebauer: „Wer das nicht macht, wer das nicht will, versündigt sich an den Chancen der Jugend, einer geordneten Berufstätigkeit nachzugehen und ohne Zukunftssorgen eine Familie aufzubauen.“
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