Im Vorfeld der Tarifrunde mehren sich Arbeitgeberstimmen, die vor angeblich negativen Auswirkungen kräftig steigender Einkommen auf die Konjunktur warnen. IG Metall-Chef Jürgen Peters hingegen bezeichnet die Forderung nach Lohnzurückhaltung als "schlechten Scherz."
Im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte Peters am 31. Detember, niemand könne die wirtschaftliche Lage "in irgend einer Form schwarz malen", da dafür viel zu gute Daten vorlägen. Dass die Arbeitnehmer an diesem Anziehen der Konjunktur Anteil haben wollen, sei folglich mehr als berechtigt: "Schließlich haben sie ja maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen."
Für die kommende Tarifrunde wollte der IG Metall-Vorsitzende daraus dennoch noch keine konkreten Zahlen ableiten und verwies statt dessen auf bevorstehende Gespräche im Januar und Februar. Dann werde sich im ersten Kontakt mit den Arbeitgebern auch zeigen, "ob die Bereitschaft wirklich da ist, die Leute zu beteiligen, oder ob das nur Lippenbekenntnisse waren." Dessen ungeachtet spielen gesamtwirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen - Stichwort Mehrwertsteuer - natürlich eine Rolle: "Die Preisentwicklung ist nun mal ein Maßstab auch für die Tarifpolitik. Insoweit findet sich indirekt eine Mehrwertsteuererhöhung natürlich auch in den Forderungen nach höheren Löhnen, Gehältern, Ausbildungsvergütungen wieder."
Durch die unerwartet gute Konjunktur im abgelaufenen Jahr sieht Peters steigende Erwartungen an die Tarifrunde 2007. Angesichts satter Gewinne sowie steigender Prämien und Bezüge auf den Manangementebenen hat auch er wenig Verständnis für zweifelhafte Forderungen nach Zurückhaltung: "Wenn unsere Leute das sehen, dass die sich alle bedienen, dann sollen sie jetzt die Lohnzurückhaltung üben? Das ist doch ein schlechter Scherz." In diesem Zusammenhang lässt er auch den Einwand, es gehe nicht allen Unternehmen gleichermaßen gut, nicht gelten. Die IG Metall helfe mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln in Einzelfällen grundsätzlich, "die Karre aus dem Dreck zu ziehen." Daher müsse man klar zwischen der Tarifpolitik und abweichenden Regelungen für einzelne Betriebe in Schwierigkeiten unterscheiden: "Und dadurch ist das Argument entschärft, dass man jetzt hier noch zusätzlich nachdenken muss, wie man den eventuell nicht so gut laufenden Unternehmen noch zusätzliche Hilfestellung gewährt."
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==> zum vollständigen Interview mit dem Deutschlandfunk mit weiteren Statements unter anderem zu Arbeitsmarktpolitik und Rente mit 67.


