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05.07.2007
Arbeitgeber schlagen sich seitwärts in die Büsche

(Pressedienst 42 / 2007) Die Arbeitgeber im bayerischen Kfz-Handwerk haben den Tarifvertrag für die Auszubildenden mit Wirkung zum 31.12.2007 gekündigt und gleichzeitig erklärt, künftig für Tarifverträge nicht mehr zuständig sein zu wollen.

Autospenglerei: Unterweisung des
Auszubildenden beim Arbeiten mit
dem Trennschleifer

Damit kommt der IG Metall der Tarifpartner abhanden, denn ohne Verhandlungspartner auf der Arbeitgeberseite gibt es keinen Flächentarifvertrag.

 

Die IG Metall Bayern geht davon aus, dass diese Kündigung durch den Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern e.V. und des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Kraftfahrzeugtechnikerhandwerks nur ein erster Schritt ist und die Kündigung der weiteren Tarifverträge für das Kfz-Handwerk in den nächsten Tagen folgen wird.

 

Ein neuer Flächentarifvertrag kann nicht ausgehandelt werden, weil die Arbeitgeber auf ihrem Verbandstag beschlossen haben, künftig für Tarifpolitik nicht mehr zuständig sein zu wollen.

 

Ludwig Huber, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern: „Kampflos werden die Beschäftigten das Feld nicht räumen und ihre hart erkämpften Errungenschaften dem Reißwolf opfern. Wenn die Arbeitgeber den Konflikt wirklich in jeden einzelnen Betriebe tragen wollen: bitte, das können sie haben.“

 

Die Regelungen aus den alten Tarifverträgen gelten für IG Metall-Mitglieder weiter. Die Bindungswirkung der Tarifverträge gilt aber tatsächlich nur für IG Metall-Mitglieder! Denn nur Gewerkschaftsmitglieder haben einen Rechtsanspruch auf Leistungen aus den Tarifverträgen.

 

Für alle anderen Beschäftigten entsteht eine äußerst unsichere Situation. Denn für sie gelten dann nur noch die gesetzlichen Mindestbedingungen: 48 Stunden Wochenarbeitszeit, vier Wochen Jahresurlaub und keinerlei Regelungen zur Höhe der Ausbildungsvergütung, zu Urlaubs- und Weihnachtsgeld etc.

 

Weigern sich die Arbeitgeber, einen einheitlichen Tarifvertrag für das Kfz-Handwerk zu verhandeln, werden künftig die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen für jeden Betrieb einzeln ausgehandelt.

 

Eric Leiderer, Bezirksjugendsekretär der IG Metall Bayern: „Es wirft ein bezeichnendes Licht auf das Selbstverständnis der Arbeitgeber, wenn sie sich für ihre Auseinandersetzung als erstes ausgerechnet die Schwächsten – die Auszubildenden - aussuchen“

 

Im Kfz-Gewerbe Bayern gibt es ca. 50 000 Beschäftigte und etwa 7 000 Auszubildende in ca. 5 000 Betrieben. Die wichtigsten Betriebe sind die PKW-Händler der großen Automobilhersteller und deren Kfz-Werkstätten (z.B. Autohaus Medele in Weilheim und Landsberg; MAHAG, Opel Häusler, VW-Audi Vertriebszentrum, Niedermaier & Reich).

 

 

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