Dass die Schaeffler Gruppe mit ihren drei Marken INA, LuK und FAG im letzten Jahr einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro gemacht hat, ist bekannt. Streng gehütet wurde aber jahrelang das Geheimnis um Gewinn und Rendite. Was Betriebsräte, Beschäftigte und IG Metall nie erfahren durften, wurde jetzt öffentlich: für die Conti-Aktionäre lüftet das Familienunternehmen den Schleier um die Profite.
Mit dem am Mittwoch, den 30. Juli, veröffentlichten und von der deutschen Finanzaufsicht BaFin genehmigten Angebot an die Conti-Aktionäre hat die Schaeffler Gruppe erstmals seit vielen Jahren die Geheimnistuerei um die Gewinnsituation des Konzerns gelüftet. Es lebe die Transparenz der Aktionärsdemokratie! Denn was die Beschäftigten der Schaeffler Gruppe bislang nicht wissen durften, obwohl sie den Konzerngewinn erarbeitet haben, das erfahren selbstverständlich die Aktionäre von Conti.
Schaeffler-Mitarbeiter werden sich gut erinnern: Als IG Metall und Betriebsräte u.a. in Betriebsversammlungen von einer wahrscheinlich zweistelligen Umsatzrendite der Schaeffler Gruppe – vergleichbar der Rendite von SKF - sprachen, sprangen Manager erregt auf: Das schade der Firma! Wenn die Kunden das erfahren, drücken deren Einkäufer die Preise usw usf.!
Wo bleibt die Erfolgsbeteiligung?
Dabei hatten wir nur die in anderen Konzernen dieser Größenordnung übliche Erfolgsbeteiligung angemahnt, die bei Schaeffler seit Jahren überfällig ist. Jetzt wissen wir, wo das den Beschäftigten zustehende Geld hingeht: Vielleicht nicht in teure Yachten, aber in Übernahmeangebote, die den Reichtum der Schaeffler-Familie weiter mehren sollen.
Nach den jetzt veröffentlichten Zahlen hat die Schaeffler Gruppe im ersten Quartal 2008 2,3 Mrd Euro umgesetzt und dabei einen Gewinn vor Steuern von knapp 270 Mio Euro erzielt. Das ist eine klotzige Umsatzrendite von 16 Prozent, deutlich mehr als der Wälzlager-Weltmarktführer SKF, der zuletzt 13,1 Prozent Umsatzrendite erzielte.
Es ist höchste Zeit, dass die Schaeffler Gruppe endlich an die Beschäftigten in Deutschland und in der ganzen Welt den fairen Anteil am Erfolg ausschüttet, statt vergleichsweise niedrige Löhne zu zahlen, mit Verlagerungen zu drohen und unbezahlte Arbeitszeitverlängerung zu erpressen. Denn schließlich finanzieren die Mitarbeiter das Übernahmeangebot !



