(Pressedienst 21 /.2008) Mehr als 5.000 Beschäftigte aus über 30 Nürnberger Betrieben haben sich heute an der Protestaktion der IG Metall für eine neue Altersteilzeit und gegen die Blockadehaltung der Arbeitgeber beteiligt.
Die IG Metall fordert in den laufenden Tarifverhandlungen mit den Metallarbeitgebern eine Nachfolgeregelung zur Altersteilzeit, dadurch soll der heutige Standard der Altersteilzeit gesichert werden. Statt über Lösungen zu verhandeln, haben die Arbeitgeber quasi nichts angeboten. Sie beharren weiter auf Zugangskriterien zur Altersteilzeit, die den Kreis der Anspruchsberechtigten auf den Promille-Bereich einengen würde.
Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „ Was die Arbeitgeber wollen, ist eine Altersteilzeit nach Gutsherrenart. Viele Betriebe und ganze Beschäftigtengruppen, vom Facharbeiter bis zum Ingenieur, wären nach deren Vorstellung von der Altersteilzeit ausgeschlossen. Nur der Arbeitgeber würde entscheiden, wer gehen kann.“
Die IG Metall fordert, dass grundsätzlich jeder Beschäftigte einen Anspruch auf Altersteilzeit hat, und zwar auf der Basis einer erzwingbaren Betriebsvereinbarung. Nach wie vor sollen bis zu fünf Prozent der Belegschaft diesen Anspruch realisieren können. Das Entgelt während der Arbeitszeit soll wie bisher aufgestockt, allerdings für die unteren Lohngruppen verbessert werden. Die Altersteilzeit soll bis zu sechs Jahre dauern.
Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Jeder Arbeitnehmer soll, wenn er nicht mehr kann, aussteigen können. Zu Bedingungen, die er sich leisten kann und die ein angemessenes Einkommen im Alter sichern.“
Neugebauer verwies darauf, dass in der Metall- und Elektroindustrie nur die Hälfte der Beschäftigten (48,5 %) regulär das Rentenalter erreicht, fast ein Viertel (22,2 %) geht wegen Erwerbsminderung vorzeitig in den Ruhestand (28,3 % sterben vor Erreichen der Altersrente). Er nannte diese Zahlen einen „Beweis für die hohen Belastungen am Arbeitsplatz.“
Neugebauer kritisierte die Arbeitgeber, die sich in den bisherigen Verhandlungsrunden kaum bewegt haben und forderte sie auf, den Protest der Belegschaften ernst zu nehmen. Sonst sei „eine Ausweitung des Konflikts unvermeidlich."
Jürgen Wechsler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg: „Die Arbeitgeber hatten 1 Jahr ihre Chance, mit der IG Metall eine Verhandlungslösung zu ermöglichen und weil sie blockiert haben, werden wir jetzt –auch während der Arbeitszeit – innerhalb und außerhalb der Betriebe, protestieren! Unser Protest gilt den Arbeitgebern, aber auch der CDU/CSU, die eine Fortführung der geförderten Altersteilzeit verhindert. Deshalb demonstrieren wir auch für eine andere Politik!"
Auch Neugebauer kritisierte die sture Haltung der Union und forderte eine Fortsetzung der Altersteilzeit auch angesichts der extrem hohen Zahl arbeitsloser junger Menschen: „Frau Merkel, man muss nicht Physik studiert haben, um zu wissen, dass nur wenn hinten aus der Pipeline was raus geht, vorne was nachkommen kann – das wussten schon die alten Römer beim Bau der ersten Wasserleitungen vor weit mehr als 2000 Jahren.“





