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23.03.2010
Siemens IT-Sparte: bundesweiter Protest

Am Montag nach Bekanntgabe der Restrukturierungspläne für Siemens IT Solutions and Services zeigten bundesweit rund 2.400 Beschäftigte unter hohem Medieninteresse, was sie davon halten - gar nichts. Die seit vergangenem Jahr laufenden "Montagsaktivitäten" erreichten einen neuen Höhepunkt, bei dem in Bayern vor allem der Großraum Nürnberg und München im Fokus standen.

München

München: Absturz der Siemens-Stellen
(Fotos zum Vergrößern anklicken)

Fürth

Fürth: "empört über die Abbaupläne"

München: den Kopf nicht für Managementfehler hinhalten

In München Perlach versammelten sich zwischen 900 und 1.000 Beschäftigte am Montag Mittag, um gemeinsam um den Betrieb zu gehen. Dort fand eine Kundgebung statt, bei der unter anderem der erste Münchner IG Metall-Bevollmächtigte Horst Lischka und die Betriebsratsvorsitzende Ulrike Schröder sprachen.

Lischka griff die Pläne Siemens' scharf an und wies darauf hin, dass erneut das alte Muster erkennbar ist: "Die Beschäftigten sollen den Kopf dafür hinhalten, was das Management jahrelang verschlafen hat." Dazu rief er die steile Abwärtsentwicklung von Siemens-Arbeitsplätzen in München seit den 70er Jahren in Erinnerung - von damals rund 50.000 ist die Zahl mittlerweile auf etwa 10.000 geschrumpft. Schröder fasst die Eckpunkte der Pläne zusammen und gab einen kurzen Ausblick über die nächsten Schritte. Beide betonten nachdrücklich, dass unabhängig von der weiteren Entwicklung ein Faktor entscheidende Bedeutung haben wird: Ein möglichst starkes Mandat der Belegschaft für die Beschäftigtenvertreter in Gesamtbetriebsrat und örtlichen Betriebsräten sowie der IG Metall.

Fürth, Nürnberg, Erlangen: Und wer macht die Arbeit?!

Beim Montagsspaziergang in Fürth und der anschließenden 'Premiere' in Nürnberg stand für insgesamt gut 400 TeilnehmerInnen unter anderem die Frage im Mittelpunkt, wer eigentlich nach dem geplanten Kahlschlag die Arbeit erledigen soll. Die nämlich wird mit einer Personalreduzierung nicht automatisch weniger, den die DemonstrantInnen hier wie auch an anderen Standorten dadurch sichtbar machten, dass rund 25 Prozent von ihnen rote Plastikwesten trugen.

Das Fazit aus Betriebsrat und IG Metall-Vertrauenskörper lässt sich wohl auf alle SIS-Standorte von Kiel bis Konstanz übertragen: "Die Beschäftigten sind empört über die Abbaupläne der Geschäftsleitung." Im nahen Erlangen, das unter dem Begriff "Großraum Nürnberg" gemeinsam mit Fürth und Nürnberg besonders betroffen sein soll, unterstrichen dies gleichzeitig rund 200 Beschäftigte vor dem "Himbeerpalast" des Stammmhauses. Insgesamt waren am Montag rund 2.400 SIS-Beschäftigte gegen die Pläne des Vorstands auf den Beinen.

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