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27.10.2006
Ohne Absicherung kein Tarifbeitrag

Am 23. und 26. Oktober traf sich die Verhandlungskommission für Fujitsu Siemens Computers mit dem Management. FSC strebt kräftige Einsparungen an; die Beschäftigtenvertreter kritisieren, dass bislang keine ausreichenden Daten vorliegen und FSC sich in der Frage langfristiger Beschäftigungssicherung vornehm zurückhält.

Wie die Verhandlungskommission heute informiert, stellte das FSC-Management bei dem Treffen in München unter der Führung von Arbeitsdirektor Heribert Göggerle seine Vorstellungen der Einsparpotenziale bei den Personalkosten für sieben Jahre dar. Der Schwerpunkt soll hier mit insgesamt rund 55 Millionen Euro auf den ersten drei Jahren liegen,wobei diese Summe sich auf 33 Millionen im Tarifkreis und 22 Millionen im übertariflichen Kreis einschließlich der leitenden Angestellten verteilt.

Länger arbeiten für niedrigeres Einkommen?

Die Tarifbeschäftigten sollen die Zielsumme nach Vorstellung des Managements durch die Kürzung und erfolgsabhängige Gestaltung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, eine Verschiebung der Tariferhöhung um sechs Monate sowie eine Arbeitszeitverlängerung auf 38,5 Stunden einsparen. Für ÜT-Mitarbeiter wünscht sich FSC eine Anpassung und Kürzung der variablen Entgeltbestandteile, die Verringerung des AT-Mindestabstands zum höchsten Tarifeinkommen auf 12,5 Prozent, die Streichung von drei Urlaubstagen sowie eine der des Tarifkreises entsprechende Arbeitszeitverlängerung.

Neben dieses Einschnitten bei den Personalkosten will das Unternehmen insgesamt 88,2 Millionen Euro über den Einkauf sowie Prozess- und Qualitätsverbesserungen sparen und stellte dazu beispielhaft einige Projekte dar.

Besser lang- als kurzfristig

Unter dem Strich gewann die Verhandlungskommission den Eindruck, dass das Management vor allem eine Regelung für die nächsten drei Jahre anstrebt. Die Arbeitnehmerseite hingegen will, wenn man denn schon über tarifliche Einschnitte spricht, eine langfristige Absicherung der Beschäftigung in Deutschland. Aus diesem Grund hat die IG Metall die Geschäftsleitung aufgefordert, in der nächsten Verhandlung möglichst konkrete, mittelfristige Pläne zu Produkten, Nachfolgeprodukten und möglicher Ersatzbeschäftigung - insbesondere an den Fertigungsstandorten Augsburg und Sömmerda - vorzulegen.

Die bisher vorgelegten Daten reichen nach Einschätzung der IG Metall, die zur Beurteilung der wirtschaftlichen Aspekte eine externe Wirtschaftsexpertin hinzugezogen hat, für eine seriöse Beurteilung der dargestellten Einsparpotenziale nicht aus. Die Expertin überprüft derzeit die Kennziffern, die das Management seinen Prognosen und Volumina zugrundelegt. Das Ergebnis dieser Prüfung wird die Tarifkommission am 7. November in Augsburg diskutieren und bei den weiteren Verhandlungen berücksichtigen. Die nächste Verhandlung mit dem Management findet eine Woche später, also am 14. November, wieder in München statt.

Ohne Absicherung kein Tarifbeitrag

Auf die Forderung der IG Metall nach verlässlichen Absicherungsmechanismen für die Beschäftigten hat FSC bisher keine Antwort. Angesichts der aktuellen, unschönen Erfahrungen bei BenQ Mobile steht dieses Thema aus Beschäftigtensicht allerdings noch deutlicher im Vordergrund als ohnehin schon. Die Tarifkommission und die IG Metall sind daher entschlossen, in diesem Punkt nicht nachzugeben: Wenn es in dieser Frage keine befriedigende Lösung gibt, kann es keinen Tarifbeitrag geben!

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