(Pressedienst 79/2006) Besorgt zeigt sich der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer über zunehmenden Personalabbau und Ausgliederungen bei Siemens. Allein in Bayern seien in den letzten Jahren Tausende von Stellen gestrichen worden.
Zur Erreichung der von Klaus Kleinfeld vorgegebenen Renditezielen hat Siemens erst die Handysparte, dann fast den kompletten Bereich Kommunikation "Com" ausgegliedert.
Allein in München sind von der Ausgliederung des Com-Bereichs etwa 12.000 Beschäftigte betroffen. Die meisten wurden zum 01.10.2006 an die Siemens Carrier GmbH und Co. KG ausgegliedert und sollen dann zum 01.01.07 per „share deal“ an Nokia gehen, die übrigen sind in die Siemens Enterprise GmbH und Co. KG übergegangen, ohne, dass ein Partner/Käufer feststeht.
Werner Neugebauer: „Siemens verfährt offenbar immer wieder nach ähnlichem Muster: erst wird ein Geschäftsbereich innerhalb des Siemenskonzerns ausgegliedert und dann komplett verkauft, damit werden die Widerspruchsmöglichkeiten der Beschäftigten gegen den Betriebsübergang ausgehebelt. Das Beispiel BenQ darf nicht Schule machen!“
Auch bei SBS (Siemens Business Services GmbH & Co. OHG) sollen die Beschäftigten deutliche Einbußen hinnehmen.
Bereits in den letzten Jahren hat Siemens diverse Bereiche wie das Gebäudemanagement, die Logistik, in vielen Betrieben die Kantinen, aber auch den Werkschutz, Lager etc. ausgegliedert. Bei FEAG (Fertigungszentrum für Elektrische Anlagen), SBS TS (Weiterbildung) und Sinitec (IT-Dienstleistungen) wehrten sich die Beschäftigten massiv gegen die Ausgliederung.
Werner Neugebauer: „Siemens ist dabei wertvolles Know-How, Patente und Lizenzen zu verschenken, um kurzfristige Renditeziele zu erreichen und gefährdet dabei die Existenz tausender Beschäftigter. Hätten frühere Siemens-Vorstände die gleiche kurzatmige und verantwortungslose Politik betrieben, wäre Siemens-Medizintechnik schon vor 10 Jahren verkauft worden – heute gehört die Medizintechnik zu den erfolgreichsten Siemens-Bereichen.“


