Als erster Dax-Konzern will BMW die Entwicklung der Managergehälter an die Lohnentwicklung bei den Beschäftigten koppeln. Bei Führungskräften soll es keine prozentual größeren Gehaltssprünge geben als bei einfachen Fabrikarbeitern.
BMW war schon bisher nicht für ausufernde Managergehälter bekannt. Vom Gehalt des Chefs der Deutschen Bank, Josef Ackermann, (13,98 Mio. Euro im Jahr 2007) oder dem von Peter Löscher (9,8 Mio. Euro), Vorstandsvorsitzender bei Siemens, können die BMW-Manager nur träumen. Jetzt geht BMW noch einen Schritt weiter: künftig sollen auch die Vorstandsmitglieder Gehaltskürzungen hinnehmen, wenn die Arbeiter am Band auf einen Teil ihres Lohns verzichten müssen.
"Bisher wurde die erfolgsabhängige Vergütung je nach Hierarchiestufe auf unterschiedliche Weise ermittelt. Das ändern wir jetzt. Diese Einkommensbestandteile werden sich künftig vom Tarifmitarbeiter bis zum Top-Manager im Gleichklang entwickeln. Damit stellen wir sicher, dass sich die Schere im Konzern nicht weiter öffnet", sagte BMW- Personalvorstand Harald Krüger der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Derzeit schaffe BMW die Voraussetzungen dafür mit dem Betriebsrat. „In schlechteren Zeiten, mit weniger zu verteilendem Gewinn, schließt sich die Schere sogar ein Stück: Das Management erleidet dann deutlich höhere Einbußen als der Arbeiter am Band“, sagte Krüger.
Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, begrüßte die Pläne des Unternehmens. "Wenn BMW das auf Dauer macht, dann ist das ein wichtiges Zeichen für die Kultur im Unternehmen“, sagte Neugebauer gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Außerdem sei es ein Beispiel auch für andere Firmen. "So entwickeln sich die Gehälter von Managern und Arbeitern nicht weiter auseinander", so Neugebauer. Immerhin habe es in Deutschland auch schon eine andere Kultur gegeben: In den siebziger Jahren hätten die Vorstände durchschnittlich das Vierzigfache eines Facharbeiters verdient. Heute sei es oft das 500-fache, kritisierte er.
Der BMW-Personalvorstand kritisierte die gängige Bonus-Praxis vieler Banken. "Wenn man das Geld, die Boni, zur Motivation braucht, fördert das eine schädliche Entwicklung für das Unternehmen", sagte Krüger.



