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18.04.2007
Warnung vor "Betrug" an Beschäftigten

Würzburgs Oberbürgermeisterin Pia Beckmann tritt für Interessen der Siemens VDO-Beschäftigten des vom Verkauf bedrohten Werks ein - Flugblattaktion in Babenhausen und Villingen

An einem Gespräch, in dem Beckmann (CSU, Foto) noch diese Woche den bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber über die aktuelle Situation informieren will, sollen auch die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm und der Vorsitzende des Haushaltsausschusses Manfred Ach teilnehmen. Darüber hinaus will sich die Oberbürgermeisterin laut einer Pressemitteilung vom Dienstag mit einem Brief an Klaus Kleinfeld und den Vorstandsvorsitzenden von Siemens VDO Wolfgang Dehen wenden.

 

Beckmann betonte, dass Siemens bei etwaigen Verkaufsverhandlungen sicherstellen muss, dass die 2005 vereinbarten Zusagen den Ergänzungstarifvertrags vollständig eingehalten werden: "Von der Siemens-Führung muss sicher gestellt werden, dass wenigstens bis 2010 keine betriebsbedingten Kündigungen in Würzburg erfolgen."

 

"Musterbeispiel für Zusammenarbeit" oder Täuschung der Belegschaft?

 

Würden die Vereinbarungen des Ergänzungstarif durch einen Verkauf unterlaufen, so die Bürgermeisterin weiter, könnten die Beschäftigten zu Recht von Betrug sprechen: "Der Abschluss des Ergänzungstarifvertrags wurde damals von der Konzernspitze als Musterbeispiel für die Zusammenarbeit mit den Beschäftigten herausgestellt. Dem müssen jetzt Taten folgen. Die Vereinbarungen müssen auch für einen möglichen Erwerber gelten." Außerdem wies sie die verantwortlichen Manager eindringlich darauf hin, "dass es neben den wirtschaftlichen Interessen auch um die Schicksale von 1600 Menschen und Familien in der Region Würzburg geht."

 

Flugblattaktionen in Babenhausen und Villingen

 

In Babenhausen forderten unterdessen am Dienstag die Betriebsräte und Vertrauensleute der IG Metall mit einem Flugblatt zum gemeinsamen Widerstand gegen Siemens' Pläne auf: "Die IG Metall und alle Betriebsräte an den Siemens VDO-Standorten werden diese Kahlschlagspolitik von Siemens nicht widerstandslos hinnehmen. Spätestens jetzt muss jedem Beschäftigten bei Siemens VDO deutlich werden, dass es auch um seine persönliche Existenz geht."

 

Am Mittwoch wird in Villingen ein ähnliches Flugblatt verteilt, das ebenfalls die Forderungen der Arbeitnehmerseite aller Standorte unterstreicht: ein tragfähiges Zukunftskonzept für die gesamte Sparte, eine belastbare Standort- und Beschäftigungssicherung für alle Standorte sowie eine Überleitungsvereinbarung, in der eine unbefristete Erhaltung der Tarifbindung und die kollektive Absicherung der bisherigen Betriebsvereinbarungen gewährleistet ist.

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Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

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