(Pressedienst 98/2006) Seit September wird zwischen der Fujitsu Siemens Computers GmbH (FSC) und der IG Metall über einen Standortsicherungstarifvertrag verhandelt. FSC hat in der Bundesrepublik ca. 4.750 Beschäftigte, den Großteil in den Werken Augsburg und Sömmerda.
Auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Situation hatte FSC mit Verkauf bzw. Verlagerung gedroht.
Heute konnte die IG Metall bei der abschließenden Verhandlungsrunde eine langfristige Standort- und Beschäftigungssicherung durchsetzen. Vereinbart wurde, dass die Gesamtbeschäftigtenzahl bei FSC Deutschland bis zum 31.03.2010 konstant bei 4.750 bleibt. Betriebsbedingte Kündigungen sind in diese Zeit ausgeschlossen. Für die gewerblichen Arbeitnehmer an den Standorten Augsburg und Sömmerda wurde die Beschäftigtenzahl sogar bis zum 31.03.2012 festgeschrieben.
FSC garantiert die Fortführung der bestehenden Betriebe (Augsburg, Bad Homburg, Berlin, Düsseldorf, Hamburg/Hannover, München, Nürnberg, Paderborn, Sömmerda, Stuttgart/Mannheim) bis zum 31.03.2012. Das Unternehmen hat zugesagt, in den Jahren 2007 bis 2010 durchschnittlich 30 Mio. Euro pro Geschäftsjahr in die deutschen Standorte zu investieren. Darüber hinaus hat sich FSC verpflichtet, in den Jahren 2008 bis 2010 jeweils zusätzlich acht Ausbildungsplätze zu schaffen.
FSC hat zugesichert, während der gesamten Laufzeit des Ergänzungstarifvertrages mit allen Standorten Mitglied im Arbeitgeberverband und damit tarifgebunden zu bleiben. Nach dem 31.03.2010 soll eine Erfolgsbeteiligung an die tariflichen Arbeitnehmer ausgezahlt werden, die einen Beitrag nach dieser Vereinbarung geleistet haben.
Im Gegenzug hat sich die IG Metall bereit erklärt, die wöchentliche Arbeitszeit befristet bis zum 31.03.2010 auf 38,5 Stunden anzuheben und ERA (Entgeltrahmenabkommen) frühestens ab dem 01.04.2010 einzuführen. Außerdem wird die Umsetzung der Tariferhöhungen bis zum 31.03.2010 um jeweils sechs Kalendermonate verschoben.
Sibylle Wankel, Tarifexpertin der IG Metall Bayern und Verhandlungsführerin: „Die wichtigsten Verhandlungsziele der IG Metall, nämlich Standort- und Beschäftigungssicherung konnten durchgesetzt werden. Die Beschäftigten müssen nicht auf Gehalt verzichten, auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld bleiben unangetastet. Die IG Metall hat einmal mehr bewiesen, dass sie bereit und in der Lage ist, durch befristete Abweichungen vom Tarifvertrag einen Beitrag zum Erhalt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu leisten, wenn es im Gegenzug belastbare Zusagen seitens des Managements gibt.“ Die Tarifkommission der IG Metall wird am Dienstag, dem 19.12.2006 über das Verhandlungsergebnis beraten. Der Vorstand der IG Metall berät in seiner Sitzung am 16.01.2007. Die Verhandlungspartner haben eine Erklärungsfrist bis zum 17.01.2007 vereinbart.



