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30.01.2008
Auftakt der Tarifverhandlungen für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie

In Bad Neuenahr haben heute die Tarifverhandlungen für die rund 120 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie begonnen. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und der Ausbildungsvergütungen um 5,5 Prozent und die Verlängerung des Tarifvertrages zur Förderung der Altersteilzeit.

Handzuschnitt in der
Bekleidungsindustrie

„Das ist eine maßgeschneiderte Forderung für die beiden Branchen, die neben der Einkommenserhöhung auch eine qualitative Weiterentwicklung der Tarifverträge enthält“, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Michael Jung am Mittwoch in Bad Neuenahr.

 

Der Tarifvertrag zur Förderung der Altersteilzeit soll so gestaltet werden, dass neue Altersteilzeitverhältnisse auch weiterhin möglich sind. „Davon profitieren alle Generationen. Die Jüngeren, weil sie in die Betriebe reinkommen und die Älteren, weil sie zu anständigen Bedingungen gehen können, wenn die Kraft nachlässt“, sagte Jung. Der bestehende Tarifvertrag zur Altersteilzeit läuft Ende 2007 aus.

 

Zudem strebt die IG Metall die Einführung eines Textil-Entgelt-Tarifes (TERA) an, der einen modernen und einheitlichen Rahmen für regionale und branchenspezifische Entgelt-Tarifverträge bilden soll. Die IG Metall will eine Weiterentwicklung des Tarifvertrages über Vermögenswirksame Leistungen erreichen. Außerdem fordert sie die unbefristete Übernahmeverpflichtung von Ausgebildeten. „Die Textil- und Bekleidungsindustrie muss für die Jugend wieder anziehend werden, denn ohne qualifizierten und engagierten Nachwuchs ist die Zukunft nicht denkbar.“

 

Gleichzeitig unterstrich Jung, dass die Produktivität und damit die Leistung der Beschäftigten in der Branche kontinuierlich gestiegen sei. Die Produktivitätsentwicklung in der Textilindustrie liege im Jahr 2007 bei einem Plus von 3,5 Prozent. Der Umsatz je Beschäftigten sei in der Bekleidungsindustrie um vier Prozent im Jahr 2007 gestiegen. Der Anteil der Löhne und Gehälter am Umsatz liege mit 17,7 Prozent in der Textilindustrie und mit 13,3 Prozent in der Bekleidungsindustrie auf einem historischen Tiefstand. Die IG Metall gehe davon aus, dass sich dieser Trend 2008 weiter fortsetzen werde. Von einer zu hohen Kostenbelastung durch die Löhne könne also keine Rede sein, sagte Jung. „Nur ein deutlicher Reallohnzuwachs der Beschäftigen kann die dringend nötige Inlandsnachfrage in den Branchen kräftig ankurbeln.“

 

Der Tarifvertrag läuft zum 29. Februar 2008 aus, damit endet auch die Friedenspflicht. In der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie gibt es ca. 27 000 Beschäftigte

 

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