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27.10.2009
Tarifverträge für Edscha-Unternehmensteile

Edscha gehört zu den 100 größten Automobilzulieferern weltweit. Im Februar 2009 musste die Firma Insolvenz anmelden. Inzwischen fanden sich Käufer für die Unternehmensteile. Die IG Metall Bayern schloss jetzt Anerkennungstarifverträge ab.

Caprio-Fertigung bei Edscha
in Regensburg
Bild: Edscha AG

Die Cabriosparte mit Standorten in Regensburg (250 Beschäftigte) und Hengersberg (520 Beschäftigte) wurde vom Stockdorfer Familienunternehmen Webasto übernommen. Der Kaufvertrag ist unter Dach und Fach, jetzt steht noch die Genehmigung des Bundeskartellamts aus. Bevor Webasto den Zuschlag bekam, gab es ein zähes Ringen im Kreis der Gläubiger. Bartholomäus Pfisterer, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern: „Der Druck der großen Automobilhersteller führte schließlich dazu, dass Webasto zum Zuge kam und nicht erneut ein Finanzinvestor.“

Und der Druck der gut organisierten Edscha-Belegschaft führte dazu, dass für die Standorte Regensburg und Hengersberg Anerkennungstarifverträge durchgesetzt werden konnten, die sich sehen lassen können.

Gut aus der Insolvenz herausgekommen

Thomas Löffelmann, der Betriebsratsvorsitzende in Regensburg: „Der neue Anerkennungstarifvertrag ist besser als unsere alte Vereinbarung. Zum Beispiel bei der Arbeitszeit. Außerdem haben wir eine Tarifsicherung bis Ende 2014 und die Zahl der Leiharbeiter wurde auf 10 Prozent begrenzt.“ Die Beschäftigen in Regensburg reagierten konsequent: Der an sich schon gute Organisationsgrad erhöhte sich um 12 Prozent.

In Hengersberg (520 Beschäftigte) sind die Beschäftigten ebenfalls froh, dass die drohenden Kündigungen vom Tisch sind. Betriebsratsvorsitzender Jürgen Bruckmeier: „Die Kolleginnen und Kollegen sind erleichtert. Sie sehen das Ergebnis positiv, auch wenn wir Kompromisse eingehen mussten. Es ist hervorragend, dass wir so gut aus der Insolvenz herausgekommen sind.“

Bartholomäus Pfisterer sieht den neuen Eigentümer Webasto im Zugzwang. Denn das Unternehmen hatte sich vor vielen Jahren aus der Tarifbindung verabschiedet. Zwar wird bei Webasto durchaus auf branchenüblichem Niveau bezahlt. Doch sind Bezahlung und Arbeitsbedingungen in Einzelarbeitsverträgen festgehalten – eine Situation, die zu Willkür und Ungleichbehandlung führen kann. Bartholomäus Pfisterer: „Die Firmenleitung muss sich jetzt mit dem Umstand abfinden, dass es tarifgebundene Werke unter dem Konzerndach gibt. Wir sind sehr gespannt, wie man in der Zentrale reagieren wird. Die IG Metall wird auf jeden Fall versuchen, auch für Webasto Tarifverträge abzuschließen.“

Auch für die Karosseriesparte von Edscha (1 400 Beschäftigte in Deutschland) wurde nun ein Käufer gefunden – der international aktive spanische Hersteller Gestamp. In Bayern betrifft das die Betriebe in Hauzenberg und Hengersberg. Edscha ist Weltmarktführer für High-Tech- Scharniere.

 Die Automobilhersteller sind auf die Edscha-Produkte angewiesen. Unter anderem deswegen kam auch bei der Karosseriesparte auf Wunsch der Hersteller kein Finanzinvestor zum Zuge.

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Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

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