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10.03.2007
Höhere Löhne mit Betriebsrat

In Unternehmen mit Betriebsrat werden im Schnitt zehn Prozent höhere Löhne gezahlt als in Firmen ohne Arbeitnehmervertretung. Das geht aus einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, hervor.

Ein weiteres Ergebnis der ZEW-Studie ist, dass Betriebsräte auch den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen verringern. Frauen mit geringen Einkommen profitieren somit am stärksten von der Anwesenheit eines Betriebsrats in einem Unternehmen.

 

Die Studie basiert auf Daten für das Jahr 2001 des repräsentativen LIAB Datensatzes, in dem die Eigenschaften sämtlicher gut 1,3 Millionen Mitarbeiter der mehr als 8.500 Betriebe des IAB-Betriebspanels erfasst sind. Der deutliche Lohnaufschlag für Beschäftigte in Unternehmen mit Betriebsrat wirft die Frage auf, ob in diesen Unternehmen die Arbeitnehmer einen größeren Anteil am Gewinn abschöpfen als in Unternehmen ohne Betriebsrat.

 

Die ZEW-Studie zeigt anhand eines Vergleichs der Betriebszugehörigkeitsdauern, dass dem kaum so ist. Der Großteil des Lohnaufschlags ist eher auf eine höhere Produktivität der Beschäftigten zurückzuführen.

 

Frühere Studien haben den Einfluss des Betriebsrates nicht erfasst. Zwar wurde auch bisher schon der Einfluss der Gewerkschaften auf die Lohnhöhe intensiv untersucht, der Einfluss der deutschen Form der Mitbestimmung über Betriebsräte war aber bisher nicht Gegenstand solcher Untersuchungen.

 

Betriebsräte haben nur in Ausnahmefällen Einfluss auf die Lohnfindung in den Unternehmen. Dass in Unternehmen mit Betriebsrat dennoch im Schnitt um zehn Prozent höhere Löhne gezahlt werden, erklärt das ZEW u.a. mit dem Einfluss der Betriebsräte auf die Einstufung der Mitarbeiter in die bestehenden Lohnklassen. Dadurch hätten Betriebsräte die Möglichkeit, indirekt Einfluss auf die durchschnittliche Höhe von Löhnen und Gehältern in den Unternehmen zu nehmen.

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